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Neue Besen: Bettina Hering (Schauspiel), Markus Hinterhäuser (Intendant), Helga Rabl-Stadler (Präsidentin) und Florian Wiegand (Konzert) in Salzburg (c) Anne Zeuner/Salzburger Festspiele

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Erster Schritt in die Zukunft

Schon im August war durchgesickert, dass sich Salzburg 2017 verändern wird. Und zwar hin zu einem „Epizentrum des Besonderen“. Nun ist dieser Plan also offiziell bestätigt worden, denn Markus Hinterhäuser hat als neuer Intendant der Salzburger Festspiele gerade das Programm für seine erste Spielzeit vorgestellt (www.salzburgerfestspiele.at). Und eigentlich wenig überraschend sind die vielen Überraschungen, mit denen dieser ungemein neugierige Kulturmanager das Mammutprogramm mit seinen immerhin knapp 200 Veranstaltungen gespickt und durchgetaktet hat. Unter denen insgesamt fünf Opern-Premieren finden sich gleich drei epochale Werke aus der klassischen bzw. jüngeren Moderne: Vladimir Jurowski dirigiert Alban Bergs „Wozzeck“, Mariss Jansons leitet Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ und Franz Welser-Möst Aribert Reimanns „Lear“. Und in der neuen Neue Musik-Reihe „Zeit mit...“ ist ein Komponistenschwerpunkt dem französischen Spektralisten Gérard Grisey gewidmet, der ab Ende der 1960er Jahre immer tiefer in die mikrofaserfeinen Ecken und Winkel der Tonwelten vorgedrungen war. So besonders sind die Salzburger Festspiele also im kommenden Jahr schon mal aufgestellt.
Als Markus Hinterhäuser 2013 zum Nachfolger vom Alexander Pereira berufen wurde, wusste man an der Salzach natürlich ganz genau, wie der Österreicher tickt. Schon 2006 hatte er die Stelle des Konzertdirektors zusammen mit dem neuen Intendanten Jürgen Flimm angetreten. Zuvor war Hinterhäuser enger künstlerischer Partner von Gerard Mortier gewesen, der für einen gänzlich neuen Geist in Salzburg gesorgt hatte. Dementsprechend unverblümt hat denn Hinterhäuser jetzt auch noch einmal an diese für ihn wichtige Phase erinnert: „Ich gestehe, dass meine Sozialisierung genau in dieser Zeit stattgefunden hat.“
Ein wenig „Mortier“ steckt nun ebenfalls in der Festspiel-Planung 2017 drin. Immerhin tun sich für Mozarts „Tito“ mit Regisseur Peter Sellars und Dirigent Teodor Currentzis zwei Künstler zusammen, die schon an Mortiers alter Wirkungsstätte Madrid eine spektakuläre „Indian Queen“ von Henry Purcell herausgebracht hatten. Überhaupt fördert Hinterhäuser mit reichlich Prominenz all die neuen Blickwinkel und Hörperspektiven, mit denen man ein solches Traditionsfestival auf die Zukunft vorbereitet. So inszeniert die iranische Filmemacherin und Künstlerin Shirin Neshat die „Aida“, bei der Riccardo Muti ans Pult der Wiener Philharmoniker tritt und dabei eine gewisse Anna Netrebko in der Titelpartie begleitet. So ganz kommt natürlich auch Hinterhäuser an der Salzach nicht ohne die Superstars der Klassikszene aus (erwartet werden zudem Simon Rattle, Martha Argerich und Matthias Goerne). Dass er dem „Epizentrum des Besonderen“ aber direkt seinen Stempel aufdrückt, beweist der gelernte Top-Pianist gleich vierhändig mit Festivalspiel-Debütant Igor Levit und mit Messiaens „Visions de l‘Amen“. Endlich dürfte sich der Weg nach Salzburg wieder lohnen.

Guido Fischer



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