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Die Summer seiner Teile: Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart wird es so bald nicht mehr geben (c) SWR/Thomas Müller

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Die Zukunft naht

Auf der Internetseite des SWR stehen beide Orchester noch Seit‘ an Seit‘: das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR sowie das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Warum andererseits auch nicht. Schließlich stehen beide Klangkörper noch mitten im musikalischen Leben. So wird etwa das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg demnächst mit den Dirigenten François-Xavier Roth und Teodor Currentzis auf Tournee gehen. Doch die Konzerttage dieser beiden Traditionsorchester, die es seit immerhin 70 Jahren gibt, sind schon längst gezählt. Trotz massiver Proteste seitens der klassikinteressierten Öffentlichkeit fusionieren sie am Ende der Saison zu einem einzigen Orchester, das fortan auf den Namen „SWR-Symphonieorchester“ hören wird. Fünf Millionen Euro pro Jahr will der Sender durch diesen Schritt einsparen – obwohl die Rundfunkgebühren, wie gerade gemeldet, ein fettes Plus bei den ARD-Anstalten eingefahren haben. Aber diese Nachricht ist jetzt eben zu spät gekommen. Und so wird das SWR-Symphonieorchester Teil der neuen Sender-Marke „SWR Classic“ sein. 175 Musiker umfasst dieses neue Orchester und soll in den nächsten fünf Jahren auf 119 Stellen verschlankt werden. Die Pläne für die erste Saison haben die drei Orchestermanager Johannes Bultmann, Felix Fischer und Reinhard Oechsler gerade auf einer Pressekonferenz vorgestellt.
91 Orchesterkonzerte stehen auf dem Terminkalender, die u.a. von Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Philippe Herreweghe, Peter Rundel und Ingo Metzmacher geleitet werden. Auch zukünftig wird man sich intensiv mit der zeitgenössischen Musik beschäftigen. Gastspiele zu den Donaueschinger Musiktagen sind da fest eingeplant. Und ein Fokus in der Gesamtsaison liegt auf Werken der finnischen Komponistin Kaija Saariaho. Nur einen Chefdirigenten hat man bisher noch nicht gefunden. Aber vielleicht müssen erst einmal ganz und gar die heftigen Wogen geglättet sein, die die Orchestergründung im Vorfeld begleitet und auch so manchen Top-Dirigenten empört und damit verschreckt haben.

Guido Fischer



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