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Giacomo Meyerbeer

Grand Opera (Arien)

Diana Damrau, Charles Workman, Laurent Naouri, Kate Aldrich u.a., Orchester und Chor der Oper Lyon, Emmanuel Villaume

Erato/Warner Classcis 90295848996
(81 Min., 8 & 9/2015)

Große Oper, großer Auftritt. So hat sich wohl Diana Damrau das optische Konzept für ihr neuestes Album „Grand Opera“ ausgedacht. Aussehen tut es jetzt eher wie Groß-Günzburg. Gletscherblond, mit Smokey Eyes, zu Tode photogeshoped wie die toten Tiere um ihren Hals und am Kleid, wird dieses Cover sicher Plattengeschichte machen – aber freilich auch der Inhalt der prall mit Arien gefüllten Zusammenstellung. Zum ersten Mal nämlich hat ein Star sich ganz Giacomo Meyerbeer verschrieben. Und hat den italienischen, den deutschen und natürlich auch den französischen Komponisten dreisprachig mit Ausschnitten aus zehn Opern bedacht. Mit idiomatisch kompetenter Begleitung aus Lyon unter dem versatilen Emmanuel Villaume am Pult. Mit bedeutenden Kollegen als Stichwortgebern und Chor, wo nötig, um diesen Szenen ihre Grandeur und eben auch klangfarbliche Abwechslung zu geben. Elf Meyerbeer-Arien hintereinander, muss das sein? Ja, unbedingt! Weil Diana Damrau mit rhetorischer wie vokaler Überzeugungskraft die unterschiedlichen Charaktere zu zeichnen vermag, Meyerbeers stilistische Segelflüge von einem Genre in das andere ohne Bruchlandung mitmacht. Mit aller Virtuosität, über die sie (noch) verfügt, aber auch mit theatralischer Einfühlung. Und so erlebt man freilich das alte Meyerbeer-Dilemma: Man staunt, wie toll das gemacht ist, wie bedeutsam das für die Musikgeschichte war – und ist trotzdem nicht berührt. Diese Musik spiegelt akustisch konsequent wider, wie sich die Damrau inszeniert hat: als fast mimiklose Eisprinzessin. Und dennoch ist es eine bedeutende und durch ihren raren Status befriedigende Platte.

Matthias Siehler, 20.05.2017



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