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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Nikolai Medtner, Sergei Rachmaninow

Klavierkonzerte Nr. 2 & 3

Marc-André Hamelin, London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski

Hyperion/Note 1 CDA68145
(82 Min., 3/2016)

Marc-André Hamelin hat bekanntermaßen ein großes Herz für Komponisten, die auch nach langer Zeit noch am Rand des Repertoires stehen. Zu ihnen gehört auch der Russe Nikolai Medtner, seines Zeichens Top-Pianist und u.a. Freund von Sergei Rachmaninow. Wenngleich Rachmaninow sein 4. Klavierkonzert dem russischen Kollegen widmen sollte, hat Hamelin jetzt lieber dessen 3. Klavierkonzert für die Kopplung des 2. Klavierkonzerts op. 50 ausgewählt. Zwölf Jahre liegen zwischen beiden Konzerten. Und für sein 1922 abgeschlossenes Konzert wählte Medtner wie Rachmaninow ebenfalls die dreisätzige Form. Wobei die Satzbezeichnungen „Toccata“, „Romanza“ sowie „Divertimento“ wohl andeuten wollen, dass in dem Konzert einiges los sein wird.
Nun gut: Langweilig wird es nicht. Schließlich ist man ab den ersten Takten wieder einmal begeistert, mit welcher Selbstverständlichkeit der geborene Supertechniker Hamelin sich dem Aufgalopp manueller Höchstschwierigkeiten stellt. Doch da das 2. Klavierkonzert unüberhörbar kein Bravour- und Rampenstück sein will, wartet man dementsprechend ziemlich schnell darauf, dass es eine gewisse substanzreiche Identität offenbart. Doch bis auf die obligatorischen russischen Klangfarben (2. Satz) und forsch-kecke Umtriebigkeit im Finalsatz kommt einem doch vieles wie von der hochromantischen Stange vor. Und da Hamelin (zum Glück) nirgendwo versucht, das Einerlei mit einer Portion Pathos zuzukleistern, hat dieses immerhin fast 40-minütige Klavierkonzert von Medtner wenig bis gar nichts zu erzählen. Die Rettung folgt dann mit Rachmaninows 3. Klavierkonzert auf dem Fuß. Und was die perfekte ausbalancierte Klangkultur zwischen Solist und Orchester angeht, zeigen sich Marc-André Hamelin und das von Vladimir Jurowski dirigierte London Philharmonic Orchestra in einer idealen Beziehung. Zudem lässt man der Musik viel Raum, um sich abseits billiger Virtuoseneffekte und Klangsäuseleien in Ruhe und Schönheit entfalten zu können.

Guido Fischer, 29.04.2017



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