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Im echten Leben

Arne Huber Quartet

Meta Records/NRW Vertrieb META78
(47 Min., 4/2016)

Das echte Leben bestimmen weder Bossa Novas noch Sambas, weder Partys noch Urlaub. Selbst die Sonne scheint nicht jeden Tag, und wenn es regnet, ist der Himmel meist düster. Wohl aber bringt der Alltag Hektik, Nervosität, Stress. So etwas Ähnliches mag sich wohl auch der Kontrabassist Arne Huber gedacht haben, als er die Disc seines Quartett-Albums „Im echten Leben“ taufte.
Das Titelstück beginnt mit einem Tonstakkato des Pianisten Rainer Böhm, des Tenorsaxofonisten Domenic Landolf und des (Gast-)Altsaxofonisten Wanja Slavin über einem nervösen Puls, dreht sich ins Angespannt-Düstere und greift den nervigen Schwall des Anfangs wieder auf – so ähnlich könnte ein Morgen aussehen, an dem eine Familie wild durcheinanderquasselt und das Chaos der Worte nur noch nervt.
Auch in „Lumen“ und der Eingangsnummer „Piano Tune“ ergänzt Slavin das Quartett. In den übrigen fünf Stücken bleiben Huber, Landolf, Böhm und der Schlagzeuger Jochen Rückert unter sich. Dunkle Klangfarben, lange Töne und langsame Tempi lassen sie nachdenklich wirken, zumal Landolf mit der Bassklarinette die gedämpfte Atmosphäre unterstreicht. Alle vier haben die melancholische Grundstimmung dieser Produktion verinnerlicht und leisten ihren eher introvertiert als expressiv wirkenden Beitrag zu einem Geflecht voll von Bezügen, Unterstützung, Begleitung. Auch ihre meist melancholisch angehauchten Soli durchbrechen die gedämpfte Grundhaltung nur selten. Die vier sind sich einig, keine heitere, eitel Sonnenschein versprühende Musik zu spielen, sondern eher das echte Leben zu spiegeln.

Werner Stiefele, 25.03.2017



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