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Coming Home

Reinhard Micko

Chire Records/Galileo CHIRE005
(58 Min., 10/2015)

Reinhard Micko ist ein Wiener Pianist, Jahrgang 1970, der sich bevorzugt im Trioformat mit dem Kontrabassisten Peter Herbert und dem Schlagzeuger Peter Primus Frosch ausdrückt. Für seine neueste Einspielung hat er für eine Reihe der zehn Stücke, die bis auf eines alle aus seiner Feder stammen, noch den Sopransaxofonisten und Bassklarinettisten Klaus Gesing verpflichtet. Micko versteht „Coming Home“ als ein Bekenntnis zur Leichtigkeit; auf der Produktinfo führt er aus: „Es war für mich ein langer Prozess, nicht nur Erleichterung im Spiel zu empfinden, sondern diese Leichtigkeit bereits in den Kompositionen anzulegen. Inzwischen ist es für mich eine Grundlebenshaltung geworden, das Schöne zu sehen und zu gestalten. Ich möchte mit meiner Musik ausdrücken, was sich gut anfühlt.“ Dabei erweist er sich nicht als bohrend Suchender, sondern als beglückt Findender. Impressionistische Akkorde werden arpeggierend aufgefächert und mit zirkulärer Energie aufgeladen, die mit kraftvoll leichtfüßig tänzelnden Rhythmen korreliert. Soloklavierstücke à la Christoph Spendel stehen neben der Besetzung mit dem Bläser. Dabei ist die in dieser Kombination selten eingesetzte Bassklarinette von deutlich größerem Reiz als die allgegenwärtige Kombination mit dem Sopransaxofon. Die Themen Mickos haben etwas von Mal Waldronscher Kürzelhaftigkeit. Man kann sich „Coming Home“ als Soundtrack zu einer vergnüglichen Autofahrt nach Hause durch lieblich vorbeiziehende Landschaft vorstellen. Das ist von hoher Handwerksmeisterkunst – gerade auch von Bass und Schlagzeug, die der Samba-Fughetta „Twinkle“ tropischen Kick verleihen. Mit einer tiefen Verbeugung vor der Zusammenarbeit von Jan Garbarek mit Keith Jarrett klingt die CD aus, die leider nicht von allen Auto-CD-Playern akzeptiert wird.

Thomas Fitterling, 04.03.2017



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