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Bluesin‘ Black Forest

Najponk

HGBSB/Deutsche Austrophon HGBSB16005
(61 Min., 10/2015)

Label und Titel stellen von vornherein klar: Hier wird an die swingende Tradition des legendären Saba/MPS-Tonstudios in Villingen angeknüpft. Zwar gedieh im Schwarzwald einst durchaus auch gewagte Avantgarde, doch die wirkmächtige Vorliebe von Labelgründer Hans-Georg Brunner-Schwer gehörte dem swingenden Jazz à la Oscar Peterson. Auf den Kanadier bezieht sich denn auch explizit der Tscheche Najponk. Der wurde 1972 als Jan Knop geboren. Auf seiner Homepage schreibt er, dass sich seine Musik direkt auf die Wurzeln des Jazz, auf den Blues und den Swing beziehe und auf unnötigen avantgardistischen Firlefanz verzichte. Naheliegend konzentriert sich Najponk auf Klassiker des Great American Songbook und bekannte Jazzoriginals. Im Gegensatz zu seinem großen Vorgänger am Villinger Bösendorfer verzichtet der Tscheche angenehm auf die virtuose Augenwischerei rasant akrobatisch aufgeschnürter Intervalle und andere blenderische Kabintettstückchen, dafür wird in höchster Handwerkskunst mit raffinierten Stopps und blau tönenden Erwartungsklischees jongliert. Doch ein Schelm, wer Böses dabei denkt, geht es Najponk mit seinem hervoragend eingespielten Trio aus Taras Voloschuk am Bass und Marek Urbanek am Schlagzeug doch vor allem um die Jazztradition und deren ursprüngliche Regelhaftigkeit. Dass das Ergebnis an Hampton Hawes, einen Schützling Oscar Petersons, erinnert, ist sicher ein großes Kompliment, das man dieser Musik machen kann.

Thomas Fitterling, 21.01.2017



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