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Paris In The Rain

Sarah McKenzie

Impulse/Universal 5728243
(53 Min., 6/2016)

Zurück in die 1950er! Zumindest vordergründig, denn die Sängerin Sarah McKenzie lässt zwar einerseits das swingende Big-Band-Feeling der 1950er wieder aufleben, bedient sich aber andererseits auch an den abwechslungsreichen Arrangements, wie sie Singer-/Songwritern seit den 1970ern hinterlegt werden. Die Studiotechnik hingegen, mit der ihre Reminiszenz an „Paris In The Rain“ aufgezeichnet wurde, stammt eindeutig aus der Gegenwart und entspricht einer Ästhetik, die dezentes Volumen, tiefgründige Bässe und spitze Schlagzeug- und Gitarrensounds raffiniert gegeneinander stellt. Die 28-jährige Australierin mit Pariser Wohnsitz singt Klassiker wie „Tea For Two“, „I‘m Old Fashioned“, „Embraceable You“, „Triste“ und weniger Bekanntes mit augenzwinkerndem Retro-Charme, wobei sie der Gitarrist Mark Whitfield, der Kontrabassist Reuben Rogers und der Vibrafonist Warren Wolf locker swingend oder mit packendem Latin-Feeling begleiten. Sarah McKenzies fünf Eigenkompositionen können problemlos zwischen diesen Klassikern bestehen. Am Klavier setzt sie weniger auf virtuose Opulenz; wohl aber unterstreicht sie den eigenen Gesang mit geschickt platzierten Akkorden und kleinen Melodiefiguren. Trompete, Saxofone und Flöte erwecken manchmal Bigband-Assoziationen und andernorts versetzen sie in die Atmosphäre gepflegter Cocktailbars. Die von ihr selbst verfassten Arrangements schreiben die Interaktion innerhalb der Band und die Fills zwischen den einzelnen Textzeilen präzis vor. Norah Jones, Diana Krall und Jane Monheit haben auf dem Feld des gepflegten Entertainments eine starke Konkurrenz bekommen.

Werner Stiefele, 14.01.2017



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