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The Best

Herbert Joos

HGBSB/Deutsche Austrophon HGBSB16006
(74 Min., 1976 - 2016)

Nach Wolfgang Dauner und Eberhard Weber ist der Trompeter, Flügelhornist und Komponist der dritte Laureat des Jazzpreises für das Lebenswerk eines Musikers aus Baden-Württemberg. Anlässlich der Preisverleihung an den 77-jährigen Südwestdeutschen im Januar 2017 veröffentlicht das renommierte HGBS-Label, Erbe der Infrastruktur von Hans-Georg Brunner-Schwers legendärem SABA-MPS-Studio, diese bemerkenswerte Kompilation. Sie legt den Schwerpunkt auf die melancholisch-lyrischen Aspekte der barocken Musikergestalt Joos, die in der kollektiven Erinnerung der Jazz-Community vielfach als Avantgardist präsent ist. Er ist zwar bekennender Autodidakt und unternahm seine ersten musikalischen Schritte in dem mit dem Free Jazz assoziierten Modern Jazz Quintet Karlsruhe, später Fourmenonly, doch zur teutonisch preußisch-berserkerhaften Kaputtspiel-Fraktion gehörte er nie, vom Naturell her standen ihm badische Lebensfreude und Wiener Schmäh erheblich näher. Es gibt denn in seiner immer währenden Klangsuche eine gewisse Vorliebe für das morbide Halbdunkel, das sehr viel mehr mit Chet Baker und Billie Holiday zu tun hat als etwa mit Freddie Hubbard. Dass das mit einer kräftigen Mischung vorder- und hintergründigen Humors zusammengehen kann, zeigt diese Kompilation auf das trefflichste. Da gibt es die pastelligen Klänge im Zusammenspiel mit dem Radio Symphonieorchester Stuttgart, die Sophistication von Hans Kollers Free Sound und die von Joos unermüdlich organisiertem Südpool Ensemble und das Powerplay des Vienna Art Orchestra, dessen konstituierendes Mitglied Joos jahrzehntelang war. Raffinierte Holzbläserarrangements und eine sublime aktuelle Einspielung runden die Zusammenstellung zu einem stimmigen Gesamtprojekt. Möge man von dieser Musik noch lange viel bekommen.

Thomas Fitterling, 14.01.2017



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