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German Jazzcomposers

Jazzfactory Orchestra

Mochermusik/Medienvertrieb Heinzelmann MOM 0008
(78 Min., 4/2016)

Sie swingen. Sie grooven, und auf den Pulten liegen anspruchsvolle Arrangements – weder Fließbandware, wie es der Name „Jazzfactory Orchestra“ nahelegen könnte, noch Experimentelles, was man ebenfalls vermuten könnte. Wohl aber gediegener Mainstream. Ausschließlich Werke von „German Jazzcomposers“ bilden das Programm – also keine Standards und auch keine Partituren der großen amerikanischen Komponisten und Arrangeure. Von denen haben sich Martin Schrack, Ralf Hesse, Alexander Bühl, Eberhard Budziat, Bora Rokovic, Steffen Schorn und Felix Fromm allerdings viel abgeschaut. So unterlegen sie vielen Soli mehrstimmige Bläsersätze, wechseln die Farben, schaffen Kontraste, setzen markante Breaks und bleiben beständig im tonalen Bereich. Selbst Steffen Schorn, der in seinen eigenen Werken gerne die vertrauten Pfade verlässt, bleibt mit der Komposition in „Andiosity“, einem Feature für den Tenorsaxofonisten Andy Maile, im konventionellen Bereich. Mit „Honkin‘“ unternimmt die Bigband einen groovenden Ausflug nach New Orleans, mit „Salute To K.D.“ hat sie eine wunderbare Ballade mit dem Altsaxofonisten Klaus Graf im Programm, und Alexander Bühl schrieb für den Flügelhornisten Ralf Hesse mit „Goodbye Mr. Mumbles“ eine an Count Basies voluminöse Sounds erinnernde Hommage auf den verstorbenen Trompeter Clark Terry. Die Spielzeit der Disc verweist darauf, dass das Bandbook der Formation prall gefüllt ist. Dies verwundert nicht, denn die überwiegend aus dem süddeutschen Raum stammenden Musiker treten schon seit 2009 regelmäßig in der von einer Logistik-Firma finanzierten „Jazzfabrik“ in Fellbach auf. Damit ist auch das Geheimnis des Namens „Jazzfactory Orchestra“ gelüftet.

Werner Stiefele, 13.08.2016



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