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Eddie Sauter’s Music Time

Eddie Sauter Orchestra

Jazzhaus/Naxos JAH 460
(75 Min., 12/1957 & 1/1958)

Die Bigbands der Rundfunkanstalten hatten in den 1950ern eine Doppelaufgabe zu erfüllen. Einerseits sollten sie „leichte Musik“ produzieren, die sich zu nahezu jeder Tageszeit im Sendebetrieb einsetzen ließ, und andererseits schufen sie dem Jazz einen Sendeplatz im deutschen Radio. Der Pfarrersohn, Jazzpapst und Jazzmissionar Joachim-Ernst Berendt hatte Eddie Sauter 1957 für das Orchester des Senders gewonnen, nachdem dessen gestrenger Chef Kurt Edelhagen zum WDR gewechselt hatte. Jetzt sollte amerikanische Lockerheit den Drill der letzten Jahre mindern. Das klappte. Sauter, einer der führenden amerikanischen Arrangeure jener Jahre mit Ausbildung an der Juilliard School Of Music, vereinte das Klangbild des Cool Jazz mit den Anforderungen der Großformation, die unter seiner Leitung gelassener als je zuvor und dennoch um einiges steifer als amerikanische Orchester swingte. Sauter, der Saxofonist Hans Koller, der Vibrafonist Dave Hildinger und der Pianist Hans Hammerschmid arrangierten Jazzklassiker von Count Basie und anderen und steuerten eigene Werke bei, die von einem ausgewogenen Verhältnis aus Tutti und Soli mit Combo- oder Orchesterbegleitung geprägt waren. Mit den Saxofonisten Hans Koller, Rudi Flierl, dem Trompeter Rolf Schneebiegl, den Posaunisten Otto Bredl und Albert Mangelsdorff sowie dem Gitarristen Attila Zoller sind zentrale Solisten jener Jahre zu hören. Jahrelang rankten sich Legenden um diese Einspielungen. Die drei innerhalb von zwei Monaten aufgezeichneten Konzertmitschnitte schließen diese Lücke. Endlich.

Werner Stiefele, 09.07.2016



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