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Paths Become Lines

Sirius Quartet

Autentico Music/Naxos AMCDA0004
(63 Min.)

Es ist längst nicht mehr so, dass ein Streichquartett im Jazz etwas Exotisches wäre, und man kann darauf warten, dass dieses Format im „Downbeat“ eine Kategorie der notorischen Leser- und Kritikerumfragen wird. Allerdings weiß man auch um die Problematik von Jazztongebung und intonationsreinem Streicherklangideal. Für das New Yorker Sirius Quartet um den Stuttgarter Geiger Gregor Hübner gibt es da keine Kollisionen, zu virtuos und mit allen Wassern gewaschen sind seine Mitglieder: die Geiger Fung Chern Hwei und eben Hübner, der Bratscher Ron Lawrence und der Cellist Jeremy Harman. Alle sind sie in New York in kühne unterschiedlichste Projekte eingebunden. Bis auf Lawrence haben sie alle auch die Stücke dieser CD komponiert. Der Albumtitel ist quasi Programm. In einer organischen Durchdringung von Geschriebenem und Improvisiertem üben sich die vier bei expressiver Risikobereitschaft in der Suche nach der idealen kraftvollen Gleichzeitigkeit der Vielfalt. Da gibt es Momente der Sanftmut und dann wieder zupackende Rhythmik, souveräne Pizzicato-Passagen, vorherrschend aber ist der karftvolle Strich. Die verschiedensten Genres scheinen auf, zuvorderst Klassik und Neue Musik, Minimalismus und Jazz Avantgarde. Jedenfalls kommt dieses Streichquartett eindeutig aus New York, ist doch seine Vitalität unverkennbar diese Eastcoast-Kraft, die auch den klassischen Jazz dieser Metropole auszeichnet.

Thomas Fitterling, 28.05.2016



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