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Assi Ghat

Trio Benares

Jazzsick/in-akustik 0515092
(55 Min., 3/2015)

Eigentlich liegen Welten zwischen indischer Musik und Jazz, sei es im Kontrast zwischen zwölftöniger und – im günstigsten Fall – zweiundzwanzigtöniger Tonleiter, sei es durch die Bedeutung der Rhythmen. Spielen Musiker aus diesen Hemisphären zusammen, braucht es viel Respekt und Lernbereitschaft. Der Kölner Saxofonist Roger Hanschel zählt zu dieser kleinen Schar derer, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern bei ihren Begegnungen mit indischen Musikern in die Tiefe gingen. Das Trio Benares verkürzt zwar die Dauer der Stücke auf für westliche Hörer angenehme fünf bis zehn Minuten. Andererseits gestalten sie diese auf der Basis indischer Rhythmen, die sowohl in den Schlagfolgen des Tablaspielers Prashant Mishra und den Klängen des Sitarspielers Deobrat Mishra als auch in Hanschels Melodien präsent sind. Er übernimmt die Verschleifungen und das Stakkato der Töne, vergisst aber die eigene Melodik nicht. Vier der sieben Themen hat sich Hanschel ausgedacht. Sie wirken ebenso leicht, locker und unverkrampft wie die zwei tradierten indischen Stücke und das von Deobrat Mishra komponierte „Jog“. Das Trio Benares verschmilzt Westliches und Indisches, wobei beide Seiten aufeinander zugehen, ohne die eigene Identität aufzugeben. Damit steht es in einer Traditionslinie der westlich-indischen Zusammenarbeit von Größen wie dem Altsaxofonisten Charlie Mariano, dem Gitarristen John McLaughlin und dem Geiger Yehudi Menuhin.

Werner Stiefele, 21.05.2016



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