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Béla Bartók, Alfred Schnittke, Witold Lutosławski

2. Violinsonate, Sonate No. 2, Partita

Miranda Cuckson, Blair McMillen

ECM/Universal 4811788
(62 Min., 4/2016)

Auf dieser CD stimmt einfach alles. Bartóks zweite Violinsonate klammert sich an den Ohren fest und zwingt den Hörer mit eigentümlicher Schwere, sich auf jeden Ton einzulassen. Miranda Cuckson und Blair McMillen präsentieren ihre Stimmen völlig gleichberechtigt. Sie umgarnen und binden das Hörbewusstsein mit zärtlich flackernden Flageoletts, penetrantem Pizzicato und gravitätischen Tastengriffen. Mit viel spielerischem Raum und zugleich hohem klanglichem Druck lassen die Musiker einen grotesken Volkstanz im Sperrfeuer parallel geführter Quinten untergehen. Die Sonate No. 2 von Alfred Schnittke ist im besten Sinne extrem gespenstisch. Introvertiert und in gleichem Maße explosiv erscheint diese einsätzige Sonate, deren innere Struktur nur noch die morschen Überreste der Sonatensatzform bestimmt. Dissonante Schock-Stöße beenden erstickende Kantilenen und beschwören einen nervösen Totentanz herauf, während eisige Tremolo-Splitter des Klaviers in einen voll-pedalisierten Malstrom stürzen. Zuletzt durchschießt der schicksalshafte Akkord, der das Stück immer wieder heimsucht, aggressiv das bittersüße Lamento. Kino pur! Lutosławskis Partita atmet durch ihre luftigen Ad Libita sehr stark. Beinahe merkt man nicht, dass überhaupt zwei Menschen dieses Stück zum wirklich Besten geben. Es scheint so organisch, als führe es ein Eigenleben. „Leicht“ wäre trotzdem eine falsche Bezeichnung für Lutosławskis Werk. Es besitzt eine Dichte, die Cuckson und McMillen mit beeindruckender Genauigkeit und eindrücklich zu zeichnen wissen.

Konrad Bott, 23.04.2016



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