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We’ll Be Together Again

Three’s Company

Chesky/in-akustik 030376
(57 Min., 11/2014)

Hinter dem etwas koketten Bandnamen verbergen sich drei Klassiker des modernen Mainstream: Ron Carter am Kontrabass ist der bekannteste unter ihnen, aber auch der Tenorsaxofonist Javon Jackson, letzter Tenorist der legendären Jazz Messengers, und Schlagzeuger Billy Drummond brauchen sich angesichts ihrer Meriten nicht zu verstecken. In der transparenten Besetzung ohne Harmonieinstrument spielen sie ein Programm von Standards und Originals, deren Melodik besonderer Sangbarkeit verpflichtet ist. Und besonders sangbar ist auch das Spiel von Javon Jacksons hier: Er, der all die Kniffe und Wendungen des Hard Bop und seines großen Vorbilds Joe Henderson kennt, lässt sich nicht auf die Muskelspielereien dieser Stilistik ein, sondern öffnet sich vielmehr einer heimlichen Affinität zu Stan Getz – ohne dabei aber die spezifische Virilität des eigenen Tones aufzugeben. Mit seinem eigenen Trio pflegt Ron Carter ähnliche gefällige Songprogramme – mit Klavier und Gitarre sorgt er allerdings für doppelte harmonische Rückversicherung; hier dagegen ist er alleiniger Meister des harmonischen Gerüsts. Mit immer wieder klar strukturierenden Bassfiguren schafft er formgebende Tektonik. Schlagzeuger Drummond ist ein Mann mit einem feinen Sinn für die Finessen der Form, der er mit ebenso feinsinniger klangrhythmischer Logik stets das adäquate Momentum verleiht. Über Lautsprecher abgehört, erweist sich dieses Album als eine etwas seltsam verhallte, doch durchaus befriedigende Aufnahme; über Kopfhörer jedoch entwickelt die Musik eine faszinierende 3D-Tiefendimension: Die Chesky-Kunstkopf-Aufnahmetechnik scheint wie für dieses Trio geschaffen; der Zuhörer wähnt sich mitten unter der Band auf Augenhöhe mit dem Schlagzeug, flankiert links und rechts von Saxofon und Kontrabass.

Thomas Fitterling, 02.04.2016



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