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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 21 C-Dur und Nr. 24 c-Moll

Piotr Anderszewski, Warschauer Sinfoniker

Virgin/EMI 5 45504 2
(59 Min., 8/2001) 1 CD

Der Mann hat etwas zu sagen. Der polnische Pianist Piotr Anderszewski dirigiert seinen Mozart vom Klavier aus und hat auch die Kadenzen komponiert. Darüber hinaus sind diese Aufnahmen ungewöhnlich, interessant und spannend wie selten eine Neuerscheinung aus dem Repertoire der großen Allzeit-Favoriten.
Der gewichtige Kopfsatz des c-Moll-Konzerts zeigt, worum es Anderszewski geht: Da gibt es nahezu barock anmutende Kontraste zwischen den Formteilen. Das erste Thema des Orchesters kräftig und selbstbewusst-tragisch, der erste Einsatz des Klaviers dagegen kommt in kaum hörbarem Pianissimo, ganz introvertiert angelegt. Die Klarheit und die Akzente erinnern an den Dirigierstil Nikolaus Harnoncourts, allerdings ohne dessen Schärfe im Klang zu produzieren. Besonders hervorzuheben ist, dass die Musik bei allen Kontrasten nicht zerfällt, denn der Duktus ist allgemein sehr rhythmisch und intensiv bewegt - und bewegend. Für diese Konzeption hat Anderszewski in der Warschauer Sinfonia mit ihren solistischen Qualitäten einen idealen Partner gefunden.
Auch das C-Dur-Konzert ist ergreifend: Solist und Orchester finden in einer majestätischen Haltung in Klang, Tempo und Bewegung zusammen. Anderszewskis Kadenzen sind schon für sich diese Einspielung wert: ein erfindungsreiches Variieren von Mozarts Themen. Über die pianistischen Qualitäten Anderszewskis muss kaum etwas gesagt werden, so unbeschwert und selbstverständlich klingt bei ihm, was doch wegen seiner Durchsichtigkeit zum pianistisch Schwersten überhaupt gehört.
Der 1969 geborene Piotr Anderszewski hat zuerst mit seiner Interpretation von Beethovens "Diabelli-Variationen" internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Seine Diskografie ist noch übersichtlich: Bach, Beethoven, Brahms und Webern, jetzt Mozart, das erste Mal mit Orchester. Und ohne Übertreibung lässt sich behaupten, dass mit dieser Aufnahme ein Pianist in die Weltklasse vorgestoßen ist.

Matthias Reisner, 28.02.2002



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