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Pēteris Vasks

Klātbūtne (Cellokonzert Nr. 2), Musique du soir, Grāmata čellam

Sol Gabetta, Irène Timacheff-Gabetta, Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson

Sony 88725423122
(61 Min., 7/2015 & 11/2009)

2016 feiert er seinen 70. Geburtstag, sein Œuvre ist gewichtig, dabei aber überschaubar, vor allen Dingen aber immer noch viel zu wenig(en) bekannt. Pēteris Vasks ist ein Erzähler des Intimen, der das Innerste mit der Außenwelt abgleicht, seine sich unmittelbar übertragende und erfahrbare Musik ist wie ein Spiegel der Seele, ja, "Seelenmusik" bringt die Kunst des Letten mit ihrer ungeheuren emotionalen Intensität hundertprozentig auf den Punkt.
Sol Gabetta liebt Vasks Musik, und erfreulicherweise scheint sie für Sony ein solches Zugpferd zu sein, dass man ihr zugestanden hat, sie auch aufzunehmen. Dass ein Major ein reines Vasks-Album veröffentlicht, ist eine Novität – und mehr als erstaunlich, weil es sich gewiss nicht wie ein Vivaldi-Programm verkaufen wird. Obwohl es das verdient hätte, war die Cellistin doch nie so gut wie auf dieser CD: Sie spielt mit betörender Kantabilität, innigster Empfindung und spannungsgeladenem Ausdruck, Ruhe und Kraft perfekt ausbalancierend.
Gabettas Hartnäckigkeit ist es im Übrigen zu verdanken, dass der Komponist ein zweites Cellokonzert geschrieben hat. Im Oktober 2012 hob sie es mit der Amsterdam Sinfonietta unter Candida Thompson aus der Taufe, gemeinsam haben sie es jetzt knapp drei Jahre später eingespielt. Auch wenn Vasks erstes Cellokonzert den Hörer noch direkter anspricht, ist ihm auch hier ein großer Wurf gelungen, nicht so eingängig wie das Vorgängerwerk (das als Einstieg sicher besser geeignet ist), aber nicht minder eindringlich. Was nicht zuletzt auch das Verdienst von Sol Gabetta ist, die mit dieser Scheibe als erste Gratulantin den hoffentlich üppigen Veröffentlichungsreigen für den Jubilar eröffnet.

Michael Blümke, 05.12.2015



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