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Clara Schumann, Robert Schumann, Johannes Brahms

Liebe in Variationen (Klaviervariationen)

Ragna Schirmer

Berlin Classics/Edel 0300683BC
(57 Min., 3/2015)

Eigentlich hat die Musikgeschichte ausreichend runde Geburtstage von Komponisten zu bieten, die man feiern sollte. Aber muss nun wirklich auch noch ein Hochzeitstag Anlass für die diskografische Würdigung einer Partnerschaft sein? Wenn es sich dabei um das Ehepaar Schumann handelt, ist diese Ausnahme mehr als berechtigt. Denn kein anderes Musikerehepaar hat auch die Nachwelt so beschäftigt. Und bis sich Clara & Robert endlich am 12. September 1840 das Ja-Wort geben konnten, begleitete vor allem Schumann das ersehnte Liebesglück mit zahlreichen Kompositionen. So weit also die auch biografischen Vorzeichen bzw. Argumente für eine Programmauswahl, bei der Ragna Schirmer nicht einfach auf ein bisschen Clara hier und ein wenig Robert dort gesetzt hat.
Dreh- und Angelpunkt für ihr Album mit dem leicht rosarot-kitschigen Titel „Liebe in Variationen“ ist ein Thema von Robert, das sich wie ein roter Faden durch sämtliche vier Werke zieht. Die 13-jährige Clara verwendete es für ihre „Romance variée“ op. 3, die sie dem acht Jahre älteren Robert widmete. Auf das Thema griff dieser dann später in seinen „Impromptus“ op. 5 genauso zurück, wie die erwachsene Clara noch einmal in den „Variationen über ein Thema von Robert Schumann“ op. 20. Und auch Johannes Brahms, in den gleichnamigen Variationen op. 9. Das um diese Initiale gebaute Programm erweist sich somit als ein gelungenes Porträt einer romantischen Liebe und Freundschaft. Doch zum sentimentalen Schmachten und übertriebenen Säuseln hat sich Schirmer zum Glück nicht verführen lassen. An einem Blüthner-Flügel aus Roberts Todesjahr 1856 setzt die Pianistin vielmehr auf farbige Unmittelbarkeit, klare Konturen und rhythmische Prägnanz. Und mit dieser stets nuanciert veränderten Handschrift gelingen Schirmer nicht nur herrliche und bewegende Licht- und Schattenspiele. Bei ihr steht Clara Schumann mit ihren wehmütig-resignativen und dann wieder aufwühlend wuchtigen Variationen wie selbstverständlich auf einer Stufe mit den männlichen Kollegen.

Guido Fischer, 26.09.2015



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