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For One To Love

Cécile McLorin Salvant

Mack Avenue/In-Akustik 0321095
(53 Min.)

Die 26-jährige afro-amerikanische Sängerin Cécile McLorin Salvant mit den französischen und französisch-karibischen Wurzeln und der unverwechselbaren eigenen Stimme in der Sarah-Vaughan-Tradition sorgte im Jahr 2013 mit „WomanChild“ auf Mack Avenue für eine Sensation. Mit einer frischen Natürlichkeit und warmer, absolut intonationssicherer Stimme interpretierte sie ohne Scat-Effekte ungewöhnliche Songs. Dabei hatte sie eine gewisse diebische Freude daran, Material aus dem frühen 20. Jahrhundert aufzugreifen, das mit den implizierten Rassen- und Rollenklischees nicht gerade zur gegenwärtigen politischen Korrektheit passen will. Tief beeindruckend war auch ihre musikalische Aneignung eines französischen Gedichtes, mit der sie dem französischen Jazz-Chanson eine neue Dimension verlieh. Ihr neues Album „For One To Love“ ist eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Es ist ganz der Liebe gewidmet. Noch kecker virtuos und letztlich deutlicher dekuvrierend sind ihre Interpretationen der alten Songs mit ihren Rollenbildern. Daneben aber finden sich auf dieser sehr persönlichen Produktion fünf eigene Lieder. Hier ist die Sängerin-Songwriterin ganz bei sich; intim feinsinnig sind die Texte, und tiefgründig adäquat ist ihre musikalische Ausgestaltung. Wieder ist der Ausnahmepianist Aaron Diehl McLorin Salvants Partner. Er und seine Trio-Kollegen Paul Sikivie und Lawrence Leathers reagieren punktgenau auf die atemberaubenden Volten der Sängerin. Die ist auch eine beachtliche Illustratorin, wie das originelle Booklet beweist. Ihre ganz besondere Stärke aber ist die genaue gestalterische Durchdringung der Sprache. Erneut wird das Jazz-Chanson der Platte, hier Barbaras „Le mal de vivre“, zum anrührenden Höhepunkt eines durchweg großartigen Albums.

Thomas Fitterling, 05.09.2015



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