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Robert Schumann, Hugo Wolf, Frank Martin

Lieder

Andrè Schuen, Daniel Heide

CAvi/harmonia mundi CAVI 8553330
(69 Min., 12/2014)

Mit einer angenehm timbrierten, samtig-dunklen Stimme meldet sich der junge Südtiroler Bariton Andrè Schuen auf dieser Lieder-CD zu Wort, und was der in Salzburg ausgebildete Sänger präsentiert, hat durchaus Gewicht: In Schumanns Heine-Liederzyklus op. 24 zeigt er sowohl genügend Metall für „Warte, warte, wilder Schiffsmann“ als auch die passende Weichheit der Übergangslage, die für „Ich wandelte unter den Bäumen“ erforderlich ist. Ein noch höheres Maß speziell an sprachlich-melodischer Kompetenz beweist Schuen dann in Hugo Wolfs „Harfner-Gesängen“: Er traut sich hier noch ein weitaus breiteres dynamisches und klangfarbliches Spektrum zu als bei Schumann und erreicht dadurch ein Optimum an Expressivität, ohne jemals die Integrität der großen melodischen Bögen, die es unbeschadet aller textlichen Detailgenauigkeit auszuspannen gilt, zu verletzen. Aber auch das Gute ist noch steigerungsfähig: In Frank Martins „Jedermann“-Monologen beweist Schuen, dass seine Stimme selbst in sinfonischen Klangdimensionen schon mühelos zu bestehen vermag. Sein exzellenter Begleiter Daniel Heide kann hier die dynamische Palette des Flügels voll ausspielen, ohne den Sänger auch nur einen Moment lang in Bedrängnis zu bringen – ganz im Gegenteil: Das aufgewühlte Getümmel stachelt ihn zu wahren Höchstleistungen an. Mit einem Lob auf die Programmgestaltung sei daher diese Rezension beendet: Umfassender kann man die Möglichkeiten eines Sängers wohl in 69 Minuten nicht zur Geltung bringen.

Michael Wersin, 15.08.2015



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