Responsive image
Emmanuel Chabrier, Jules Massenet, Maurice Ravel, Claude Debussy

France – Espagne (España, Ballettsuite „Le Cid“, Alborada del gracioso, Ibéria)

Franҫois-Xavier Roth, Les Siècles

Actes Sud/harmonia mundi ASM 17
(51 Min., 8/2012 - 3/2014)

Nicht nur geschichtlich besteht eine enge Verbindung zwischen Frankreich und Spanien, sondern auch musikalisch. Und nicht zuletzt vom 19. aufs 20. Jahrhundert kam es zum fruchtbaren Austausch. Spanier wie Albéniz pilgerten nach Paris, um die neuesten Klangmoden wie den Impressionismus aufzusaugen. Umkehrt waren Ravel und Debussy geradezu ins iberische Idiom vernarrt. Und wenngleich sie dabei auch die gesamte Palette französisch-sinnlicher Klangfarben einsetzten, durften wie in Debussys „Ibéria“ durchaus die Kastagnetten klappern. Mit dieser Spanien-Fantasie sowie Ravels „Alborada del gracioso“ beschließen nun Franҫois-Xavier Roth und sein auf Originalklang abonniertes Orchester Les Siècles ihr musikalisches Zwei-Länder-Porträt. Es sind allesamt Live-Mitschnitte von Konzerten u.a. in der Pariser Salle Pleyel. Und die Tontechniker haben durch die Bank ganze, vorzügliche Arbeit geleistet. Keine noch so herrliche Duftnote verschwimmt da. Und die Balance zwischen den einzelnen Orchestergruppen ist so vorbildlich wie die exzellente Tiefenstaffelung. Beste Voraussetzungen also für einen wahren Rundum-Genuss in Sachen Temperament, Erotik und Esprit. Obwohl die Musiker auf Instrumenten aus der Entstehungszeit der gebotenen Kompositionen spielen, steckt auch im Orchesterreißer „España“ von Emmanuel Chabrier sowie in Jules Massenets Ballettsuite zu seiner Oper „Le Cid“ einfach nur das pralle Leben. Was dabei nun authentisch spanisch ist oder einfach nur brillant parodiert, ist da ziemlich egal.

Guido Fischer, 20.06.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top