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En route

Klaus Doldinger’s Passport

Warner 2564611605
(70 Min., 7/2014 , 8/2014, 10/2014)

Nein, alt wird Klaus Doldinger nur an Jahren. Bei den Aufnahmen zu „En route“ hatte er immerhin seinen 78. Geburtstag hinter sich. Die Musik aber rockt kraftvoller als 1971, dem Gründungsjahr der ältesten deutschen Jazzrockformation, in dem er mit dem schlicht „Passport“ genannten Album die Jazzrock-Szene aufmischte. Seitdem hat er das Konzept stets in kleinen Schritten erneuert, mal dem Zeitgeist angenähert, mal klug Distanz bewahrt. Unverwechselbar blieben seitdem sein klarer, vibratoarmer, mit Elektronik leicht modifizierter Ton auf Tenor- und Sopransaxofon, seine Vorliebe für markante Themen und seine Improvisationslust.
Ebenfalls konsequent bleibt er in der Vorliebe für ein dichtes Fundament, das ihm die Percussionisten Ernst Ströer (er stieg 1989 ein) und Biboul Darouiche (seit 1995) sowie der Schlagzeuger Christian Lettner (seit 2000) im Team mit dem Elektrobassisten Patrick Scales (seit 1995) legen. Dessen Bruder, Martin Scales, kam neu in die Band, und auch der Keyboarder und Pianist Michael Hornek – er ist seit 2000 dabei – zählen zur jüngeren Garde. Diese Kontinuität zahlt sich aus, denn vom rumorenden „Seven To Four“ Siebenvierteltakt, den dezent hiphoppeligen „Infusion Rag“, das dunkel perkussive „Stratosport“, das funky groovende „Marock“ bis zu den Balladen „Polysadness“, „Dreaming Far Away“, „Hopegiving“ und „Blue Kind Of Mind“ musiziert eine homogene, perfekt aufeinander abgestimmte Band. Diese Titel wurden an zwei Tagen live im Studio eingespielt. Als Zugabe gibt es zwei Konzertaufzeichnungen: „Dark Flame“ und „Playground Jam“ – eine nette Erinnerung daran, dass die Band kontinuierlich tourt.

Werner Stiefele, 16.05.2015



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