Responsive image
Anton Bruckner

Sinfonien Nr. 1 - 9, Messe Nr. 3

Lenneke Ruiten, Iris Vermillion, Shawn Mathey, Franz Josef Selig, Rundfunkchor Berlin, Orchestre de la Suisse Romande, Marek Janowski

Pentatone/Naxos PTC5186520
(5/2007 - 10/2012) 10 CDs, SACDs

Bei Bruckner hat man nicht unbedingt ein in der französischen Tradition stehendes Orchester als Idealvorstellung vor Ohren, insofern war die Entscheidung von Pentatone, mit dem Orchestre de la Suisse Romande eine Gesamteinspielung der Bruckner-Sinfonien anzugehen, eine ebenso ungewöhnliche wie mutige Entscheidung. Zwei Jahre vor dem Startschuss im Jahr 2007 hatte Marek Janowski die Leitung des Orchesters übernommen und sich daran gemacht, es wieder in Form zu bringen.
Die Früchte seiner Arbeit lassen sich auf diesen zehn SACDs nachhören. Die Qualitäten des OSR mit seinem eher hellen Klang und der wunderbaren Transparenz wurden um die Fähigkeit zu größerer (und dabei stets runder) Kraftentfaltung erweitert. Die nutzt Janowski klug disponierend und proportionierend für einen weniger auf die Zukunft projizierten, als vielmehr aus der Klassik heraus entwickelten Bruckner. Kein Weihrauch, keine Mystik, kein Pathos also. Stattdessen energiegeladene Interpretationen mit flotten, flexiblen Tempi und zugleich einer großen Sensibilität für die lyrischen Passagen und langsamen Sätze, die nicht zelebriert werden, sondern stets entspannt im Fluss bleiben.
Es gibt sicher raffiniertere Bruckner-Zyklen, aber kaum ehrlichere. Und ganz sicher keinen, der besser aus den Boxen tönt. Pentatone verwöhnt den Hörer wie gewohnt mit exzellentem Klang: warm, klar, weit und natürlich. Zusammengefasst in einer Box bekommt man diese Aufnahmen jetzt für den Preis von vier Einzelveröffentlichungen – so kann man sich preiswert davon überzeugen, dass ein quasi französisches Orchester einer Bruckner-Idealvorstellung durchaus nahe kommen kann.

Michael Blümke, 25.04.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man eine Umfrage über die Lieblingsjahreszeiten machen würde, dann würde der Winter dabei vermutlich eher schlecht abschneiden. Zu kalt, zu nass, zu dunkel – so die landläufige Meinung über diesen introvertierten Bruder des sonnensatten Sommers und der farbenfrohen Übergangszeiten. Nur Weihnachten, das bildet ein kleines, gemütliches (wenn auch für viele nicht unstressiges) Glanzlicht in der Winter-Tristesse. Doch der Winter ist weit mehr als nur die dunkle Jahreszeit, das hat […] mehr »


Top