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César Franck

Orgelwerke

Daniel Roth

Motette/harmonia mundi MOT14001
(219 Min.) 3 CDs

Wer wie Daniel Roth auf einem der traditionsreichsten Orgelthrone Frankreichs sitzt, in der Pariser Kirche Saint-Sulpice, der muss zwangsläufig schon früh das Erbe der muttersprachlichen Orgelmusik verinnerlicht haben. Immerhin schlugen vor ihm Charles-Marie Widor und Marcel Dupré die Cavaillé-Coll-Orgel. Der französische Orgelbaurevolutionär war aber eben im Laufe seines Lebens nicht nur in Paris fleißig, sondern entwarf etwa ein Instrument auch für die Kirche im baskischen San Sebastián sowie für die Kathedrale im bretonischen Saint-Brieuc. Und so startete Roth bereits in den 1990er Jahren zu einer kleinen Cavaillé-Coll-Pilgertour, um an insgesamt drei Instrumenten sich dem Orgelschaffen von César Franck zu widmen, der erstmals die technisch und klanglich epochalen Erneuerungen von Cavaillé-Coll auf eine Belastungsprobe gestellt hatte.
Die drei zeitlos großen Orgeln von San Sebastián, Saint-Brieuc und Saint-Sulpice lassen denn auch keine Wünsche offen, was die Darstellung des inneren und äußeren Reichtums dieser Musik angeht. Roth leuchtet die Gedanken der Choräle und Gebete mit Finesse und Zauber aus. Zugleich weiß er um die kammermusikalische Delikatesse sowie die schwungvoll dahinströmenden Züge einer Orgelmusik, die bei nur einem Funken spieltechnischer Anstrengung sofort ihre ganzen Reize verlieren würde. Dass sie jetzt in allen herrlichsten Farben erblühen kann, spricht daher für Roths Kunst und die Qualität dieser nur vom Aufnahmedatum her leicht historischen, nun erstmals in gebündelter CD-Box veröffentlichten Aufnahmen.

Guido Fischer, 21.02.2015



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