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The Bell Garden

Shalosh

www.shalosh.net
(69 Min., 1/2014)

Sie waren drei Schulfreunde in Tel Aviv – und ein jeder hochbegabt an seinem Instrument: Gadi Stern am Klavier, Daniel Benhorin am Kontrabass und Matan Assayag am Schlagzeug. Nach ersten Erfolgen, die sie zusammen oder jeder für sich auch mit eigenen Projekten hatten, ging der Pianist nach New York, ließ aber den Kontakt zu seinen israelischen Freunden nicht abreißen. Immer stärker wurde schließlich der Wunsch, nun als junge ausgebuffte Profis gemeinsam ein gleichberechtigtes Trio zu gründen. Gadi Stern kehrte dafür eigens nach Tel Aviv zurück; mit The Bell Garden legen die drei nun ihren Einstand vor.
Sie kennen die aktuelle Sprache des Jazz; Klassik ist ihnen ebenso vertraut wie Rock und Groove. Das lässt sehr schnell an den Angang von E.S.T. denken, wobei zu der Ästhetik der legendären Skandinavier bei Shalosh noch die Vertrautheit mit orientalischer Rhythmik kommt. Heftige, sich stets steigernde Dynamik ist das Shalosh-Programm; aus raffinierten Arrangements wird sie entwickelt; vertrackte Metrik, ostinate Wiederholungsmotive und gelegentliche lyrische Momente strukturieren eine Musik, die ordentlich Laune macht und sich als ein begeisternder Live-Act qualifiziert. Über die volle Länge einer CD jedoch droht diese Intensität von mitunter Rachmaninow’scher Emphase Individual-Hörer zu ermüden, zumal die Abmischung zu künstlich druckvollem, mitunter pappkartonhaftem Sound neigt. Die gegen Ende der CD zum Einsatz kommenden elektronischen Klangmittel folgen der Logik des jugendlichen dramatischen Gestus. Wer meint, ein Schuft sei, wer Böses dabei denkt, füge für sich einen Notenpunkt hinzu.

Thomas Fitterling, 17.01.2015



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