Responsive image
Hans Sitt, Fritz Kreisler, Zoltán Kodály u.a.

Romance oubliée

Tabea Zimmermann, Thomas Hoppe

myrios classics/harmonia mundi MYR014
(64 Min., 8/2014) SACD

Auch wenn der Titel "Romance oubliée" es vermuten lassen könnte – dies ist keine Zugaben-CD mit romantischen Schmachtfetzen, sondern vielmehr ein Programm mit qualitätsvollen Charakterstücken. Umso mehr, als es Tabea Zimmermann ist, die uns hier geschmacks- und stilsicher mit der melancholischen Seite der Bratsche verführt, ihrem Instrument erlaubt, Emotionen auszuleben, aber nicht auszustellen. Mit warmem, geschmeidigem, dabei gehaltvollem Ton, der stets seine Noblesse bewahrt, durchpulst die Künstlerin diese Stücke aus dem späten 19. und den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts.
Gleich zum Einstieg erwartet den Hörer eine veritable Entdeckung: Die "Sechs Albumblätter" op. 39 von Hans Sitt lieferten auch für Tabea Zimmermann den Anstoß zu diesem Programm, wie sie in ihrem Booklettext schreibt. Überwältigend der Ausklang des Albums mit Kodálys "Adagio", dazwischen eine Reihe weiterer Trouvaillen von Glasunow, Vierne, Vieuxtemps, Wieniawski, Liszt und Kreisler, bei denen die Bratschistin schönstes Einvernehmen mit ihrem vorzüglichen Klavierpartner Thomas Hoppe demonstriert. Gekrönt wird diese Einspielung – wie immer bei myrios – von einer exzellenten Aufnahmequalität, Tonmeister Stephan Cahen versteht einfach sein Handwerk, was er seit mittlerweile fünf Jahren (an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zum halbrunden Geburtstag!) auch auf seinem eigenen Label regelmäßig unter Beweis stellt.

Michael Blümke, 20.12.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top