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Francis Poulenc, Ludwig van Beethoven, Guillaume Connesson, Samuel Barber, Richard Strauss

Sextuor op. 100, Klavierquintett op. 16, Techno Parade, Summer Music op. 131, „Till Eulenspiegels lustige Streiche“

Berlin Counterpoint

Genuin/Note1 GEN 14317
(75 Min., 2/2014)

Die intensivsten Kammermusikerlebnisse entstehen meist dann, wenn sich hervorragende Musiker mit unterschiedlichen Charakteren spontan zusammenfinden und, nur mit den Mitteln der Musik selber kommunizierend, in einen gemeinsamen Dialog treten. Diesen Zauber durch Aufführungen in festen Formationen zu verstetigen, ist schwer – doch „Berlin Counterpoint“ scheint genau das zu gelingen. Die sechs Musiker aus Rumänien, Deutschland, England, Slowenien, den USA und der Türkei machen dafür zum Teil die Vielfalt ihrer kulturellen Hintergründe verantwortlich – aber auch die klangliche Heterogenität von Bläserquintett und Klavier sorgt für eine bleibende gesunde Grundspannung.
Und diese wird dann in jedem Werk dieser CD auf beglückende Weise überwunden: Es beginnt mit Francis Poulencs Sextett op. 100, das die Musiker mit urbanem Esprit, cooler Virtuosität und modernistisch metallenen Farbbeimischungen darbieten. Herzstück des Programms ist Beethovens Quintett für Klavier und Bläser: Egal ob es darum geht, perlende Klavierläufe vom Horn weiterführen zu lassen oder zwischen intim kammermusikalischem und sinfonischem Sound zu vermitteln oder aber im mozartischen Mittelsatz ein verträumtes emotionales Kontinuum im steten Wechselspiel vielfarbiger Soli zu erzeugen – das Kunststück gelingt. Dass dann Guillaume Connessons „Techno Parade“ von 2002 trotz der witzigen Grundidee etwas genrehaft wirkt, wird man der Komposition zuschreiben. Ein vollauf gelungenes Wagnis dagegen ist die Interpretation von Strauss´ „Till Eulenspiegel“: Das Stück gewinnt durch die Konzentration auf Bläser und Klavier etwas im positiven Sinne Holzschnittartiges, das dem nicht bloß harmlos „humorigen“ Geschehen Schärfe und Tiefe verleiht.

Carsten Niemann, 06.12.2014



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