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FM Biography

Johanna Borchert

Yellowbird/Soulfood YEB774
(44 Min.)

Mit ihrem neuen Album legt die 31-jährige Sängerin, Pianistin und Komponistin Johanna Borchert eine zwischen den Genres verortete Songplatte vor. „Genauso Pop wie wiederum nicht, genauso Jazz wie auch wieder nicht“, heißt es dazu auf der Produktinformation der Plattenfirma. Ein Blick auf die Besetzungsliste liefert einen Hinweis auf diese stilistisch nicht einzuordnende Musik. Der Gitarrist Fred Frith, Ahnherr der Gattungsgrenzen überschreitenden Avantgarde zwischen Artrock und Free Jazz, firmiert an prominenter Stelle, außerdem finden sich die Namen von Shazhad Ismail an Bass, Gitarre und Synthesizern (Produzent u.a. von Yoko Ono und Laurie Anderson) und des Schweizer Schlagzeugers Julian Sartorius. Entstanden sind die acht von Borchert selber komponierten Songs der zehn Lieder umfassenden CD während ihres Aufenthalts als Artist in Residence in Oakland, Kalifornien. Dort ist ihr Förderer Fred Frith als Lehrer tätig.
Von surrealistisch gebrochener, melancholischer, ja auch düsterer Anmutung sind die kunstvollen Liedtexte, die dankenswerterweise im Booklet abgedruckt sind. Johanna Borchert gestaltet sie mit klarer, metallisch heller Stimme, die an Stacey Kent und Joni Mitchell erinnert. Doch die Phrasierung der Deutschen ist eine ganz eigene; mit reflektierender Verhaltenheit folgt sie der inneren Logik der intervallisch kühnen Melodiebögen. Dabei hat jeder Song seinen eigenen Charakter, ist von einer anderen, immer wieder abstrakten Klanginstallation eingehüllt. Das alles ist ganz weit weg vom bekannten Jazz – free oder straight – und ist doch letztlich ohne ihn nicht denkbar. Jeder Track fesselt aufs Neue mit ganz eigenem Charme.

Thomas Fitterling, 29.11.2014



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