Responsive image

Zensitivity

Georg Alkofer

Nasswetter Music Group/musica! NMG012
(58 Min.)

Das aktuelle Album des knapp 43-jährigen Gitarristen Georg Alkofer kommt daher wie eine Präsentationsmappe seiner kompositorischen Vielseitigkeit und ist doch gleichzeitig Zeugnis einer reifen authentischen Klangsprache. Das von Klaus Voormann gezeichnete Coverartwork und die Fotos im Innern des Digipacks deuten es an: Santana, John McLaughlin und ein guter Schuss Pat Metheny sind in dieser melodisch-lyrischen Musik. Die wurzelt fest im klassischen modernen Jazz, also im Bebop und Hardbop; die Versuchung ist groß, sie als Softbop zu bezeichnen. Das Programm umfasst funkige Walzer, meditative Studien, straight drivende Nummern, leichfüßige Latin-Seligkeit, moderne New Orleans-Reminiszenzen und auch deftig gitarrero-muskulösen Jazzrock. Mit dem hochdekorierten Pianisten Christian Elsässer hat Alkofer einen mehr als ebenbürtigen Solisten und Stilisten in seinem Quartett, Tenorsaxofonist Christoph Hörmann bewegt sich behende und erfreulich frei von Coltrane-Klischees in der Michael-Brecker-Nachfolge, Kontrabassist Andreas Kurz deutet immer auf dem Punkt die raffinierten harmonischen Implikationen von Alkofers Stücken, und Echopreisträger Bastian Jütte spielt ein knackig zündendes und dabei immer einfühlend subtiles Schlagzeug. Doch nicht Solisten-Paraden überzeugen auf diesem Album, sonden der stimmige Gruppensound. Schade, dass das Aufnahmestudio nicht ganz auf der Höhe der Musik ist; Der Flügel ist mitunter von etwas eingetrübter Stimmung und das Schlagzeug klingt etwas kränkelnd matt.

Thomas Fitterling, 22.11.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top