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Johann Nepomuk Hummel

Klaviertrios Vol. 1 (Trios op. 93/VI, op. 22/II, op. 35/III, op. 96/VII)

Gould Piano Trio

Naxos 8573098
(65 Min., 1/2013)

Er war ein Schüler von Mozart, folgte Haydn im Amt des Kapellmeisters nach und manchmal liegt auf seiner Musik schon ganz leicht der feine Schatten der Frühromantik. In jedem Fall ist Johann Nepomuk Hummel ein notorisch unterbewerteter Komponist, und so ist es begrüßenswert, wie hartnäckig Naxos daran festhält, sein Werk in seiner ganzen Breite vorzustellen. Nun sind die Klaviertrios an der Reihe, in denen Hummel die von Haydn begonnenen Ansätze mit seiner stets elegant und charmant auftretenden Muse und einem glücklichen Händchen für schwungvolle Rondothemen weiterverfolgt. Das Gould Piano Trio (das sich nach seiner Geigerin Lucy Gould benannt hat) erweist sich schon bei Volume 1 als eine glückliche Wahl für dieses Unterfangen.
Dass die Musiker auf modernen Instrumenten spielen, könnte bei Hummel, der bis zuletzt an der Anschlagstechnik der Mozartzeit festhielt, durchaus einen ernsthaften Minuspunkt darstellen. Die Balance im Ensemble sowie das lebendige, warme, fantasievolle und im besten Sinne musikantische Zusammenspiel der drei Musiker ist jedoch von einer Überzeugungskraft, die derartige Einwände schnell in den Hintergrund treten lässt. Obwohl das Klavier bei Hummel stets gut auf Trab gehalten wird, hat man nie den Eindruck, dass hier virtuoses Stroh gedroschen wird. Und auch wenn Hummels Texturen auf den ersten Blick eher leicht wirken und die Melodik oft bequem mitgesummt werden kann, weiß das Gould Trio die feineren harmonischen Schattierungen und kleinen formalen Überraschungen so sicher und geschmackvoll zu platzieren, dass das Interesse an ihrer intelligenten und engagierten musikalischen Konversation keinen Augenblick abreißt.

Carsten Niemann, 15.11.2014



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