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Edward Elgar

Enigma-Variationen, Cockaigne-Ouvertüre, Serenade für Streicher

Royal Philharmonic Orchestra, Thomas Beecham

Sony 89405
(58 Min., 11/1954, 12/1954) 1 CD

Wunderbar warmherzig und spontan klingen Elgars Enigma-Variationen unter den Händen des alten Grandseigneurs Thomas Beecham - frisch wie am Tage der Uraufführung. Das kommt nicht von ungefähr: Beecham hat Elgar persönlich gekannt und mit ihm das Werk noch durchgearbeitet, wenige Jahre vor dem Tod des Komponisten. Also trägt diese Einspielung das Siegel der Authentizität.
Doch auch ohne dieses Qualitätszeichen ließe sich wohl kaum eine lebendigere Interpretation von Elgars Variationenzyklus finden. Die im Werk geschilderten Personen treten plastisch und gelegentlich auch drastisch (die Pauken in "Troyte"!) vor unser Gehör, und Beecham verzichtet darauf, "Nimrod", das weihevolle Herzstück der Partitur, in die Länge zu ziehen und mit Sentimentalität aufzutanken. Die scharmante, frühe Streicher-Suite, und "Cockaigne", ein mit Aplomb auftrumpfendes Porträt der Stadt London, ergänzen die Einspielung aufs Schönste.
Lediglich der Klang stellt ein Problem dar. Zwar klingen die Aufnahmen für ihre Entstehungszeit sowohl hinreichend transparent als auch äußerst dynamisch, doch haben die Bänder wohl während der langen Lagerung gelitten, was einen teilweisen Höhenverlust der Streicher zur Folge hat. Das heißt im Detail: Der Klang pulsiert, vor allem in den Variationen und der Serenade, ständig wie ein Blasebalg zwischen hell und dumpf hin und her, und der Effekt ist enervierend. Nur wer damit leben kann - und dies ist nicht einfach -, wird diese Aufnahmen so genießen können, wie sie es verdienen.

Thomas Schulz, 11.10.2001



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