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Connections - Mind The Gap

Bob Stewart

Sunnyside/harmonia mundi SSC 1394
(64 Min., 12/2013, 03/2014 & 10/2010)

Tuba und Streichquartett: Das soll zusammenpassen? Tut es. Sogar sehr gut, denn Bob Stewart bläst sein Instrument mit einem feinen Gespür für Klang und Dynamik, sodass die fünf Quintette zu Pretiosen einer ungewöhnlichen Begegnung werden. „Red“, „Red 2“, „Aqua“, „The Poet“, „Purple“ und „Makina“ sind sie überschrieben, und die Titel dieser Stücke sind Programm für klare, warme Töne, Wellenbewegungen, zerrissene, changierende Sounds und zuletzt isolierte, stark rhythmisierte Klangtupfer. Diese sechs Stücke ließ sich Stewart von dem Komponisten Jessie Montgomery ursprünglich als Suite „In Color“ schreiben, hat sie aber für die CD-Produktion als gliedernde Elemente auseinandergerissen. Der „Fishin‘ Blues“ ist eine hübsche Nummer für den singenden Gitarristen und den agil grundierenden Stewart. In den übrigen acht Titeln bringt Stewart seine First Line Band mit den Streichern zusammen – mal komplett mit Tuba, dem Gitarristen Jerome Harris, dem Schlagzeuger Matt Wilson sowie dem Trompeter Randall Haywood und dem Posaunisten Nick Finzer, mal nur Teile der Formation. Astor Piazzollas „Libertango“ erfährt hier eine Neuinterpretation; zudem bilden Arthur Blythes „Bus Baby“ und „Odessa“, Thelonious Monks „Monk’s Mood“, Frank Fosters „Simone“ und Charles Mingus‘ „Jump Monk“ den Ausgangspunkt für den Dialog von Streichern und Band. Der allerdings hat – so legen es die Informationen zu den Aufnahmedaten nahe – nie stattgefunden, denn Band und Streicher wurden zu unterschiedlichen Terminen in unterschiedlichen Studios aufgezeichnet. Anzumerken ist dies der an Klangfacetten reichen Produktion nicht. Im Gegenteil: Sie wirkt wie aus einem Guss.

Werner Stiefele, 11.10.2014



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