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Squakk – Willisau & Berlin

Michael Griener, Rudi Mahall, Jan Roder, Christof Thewes

Intakt/harmonia mundi INT231
(62 Min., 11/2012 und 9/2013)

Der Schlagzeuger Michael Griener zögert, Squakk als seine Band zu bezeichnen; er sei nur der Geschäftsführer eines Kollektivs von Freunden, dabei sei er allerdings mit dieser Band so nah an „seiner“ Musik dran sei wie nur irgend möglich. Anfang der 90er Jahre kamen die vier Freunde nach Berlin und wurden zu den wichtigsten Exponenten der virulenten neuen Hauptstadtszene. Sozialisiert vom Neo-Bop und reiferen Formen des Free Jazz, sind sie heute im reifen Mannesalter und pflegen eine Grenzen überschreitende Spielart des Freebop, die mit frei pulsierend offenen Formen und boppenden Elementen jongliert. Zwei der 10 Titel der CD sind freie Improvisationen, die anderen folgen thematischen Vorlagen von abstrakter Kantigkeit à la Monk.
Griener gehört zu den gesuchtesten Schlagzeugern der Stadt und fasziniert mit ungeheurer Musikalität, Flexibilität und stets gruppendienlicher Klangsinnlichkeit. Rudi Mahall auf der Bassklarinette hat sein Vorbild Eric Dolphy längst hinter sich gelassen; er sprudelt nur so vor Ideen – und findet in Christof Thewes seinen Gegenpol auf der Posaune. Immer wieder umspielen und durchdringen sich ihre Linien kontrapunktisch, wobei Thewes einen eher rustikalen Ton pflegt, der näher bei Roswell Rudd als Nils Wogram liegt. Bassist Jan Roder vermittelt behände agierend zwischen den beiden, so dass das dichte Geflecht den Hörer mitunter fast zu ermatten droht. Squakk ist ein Dokument – mal live, mal im Studio aufgenommen – von Haupstadt-Jazz at its best.

Thomas Fitterling, 19.07.2014



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