Responsive image
Manuel Botelho de Oliveira, Frei Manuel Dos Santos, Frei Miguel da Natividade, Antonio Marques Lésbio u.a.

Évora (Portuguese Baroque Villancicos)

A Corte Musical, Rogério Gonçalves

Pan Classics/Note 1 PC10304
(58 Min., 3/2013)

Die portugiesische Weltkulturerbestadt Évora wäre schon eine Reise wert mit ihrem römischen Dianatempel, ihrem gotischen Königspalast, ihrer gruseligen Knochenkapelle und ihrer ehrwürdigen Kathedrale. Aber kommst Du gerade nicht nach Évora, kommt Évora zu Dir: Möglich macht es ein noch wenig bekannter Kulturschatz, der sich in der Bibliotéca Pública des pittoresken Städtchens befindet. Es handelt sich um eine Sammlung von Manuskripten mit portugiesischen „Villancicos“, die hier in der Barockzeit entstand. Bei „Villancicos“ handelt es sich um eine ursprünglich aus Spanien stammende Art der Vokalmusik, die auf volkssprachliche Texte mit einer traditionellen Folge von metrisch genau definierten Strophen und Refrain komponiert wurde. Ursprünglich weltlichen Inhalts wurde sie bald auch für geistliche Inhalte übernommen – so auch von den Kapellmeistern und Musikern der einstigen musikalischen Kaderschmiede Évora. In ihrer ganz eigenen Mischung aus Polyphonie alter Schule mit mitreißenden irregulären Rhythmen, leicht hypnotisierenden Ostinati und volkstümlich ausdrucksstarken solistischen Partien retteten diese Stücke an hohen Festtagen ein wenig heidnische Wildheit und naive Andacht in die Gottesdienste. Die Spezialisten von „A Corte Musical“ finden für diese Musik genau den richtigen Ton mit makellos intonationsreiner Darstellung der Linien, plastisch-devotionalem Textausdruck und in die Glieder fahrender Rhythmik, die durch einen farbigen aber niemals penetranten Perkussionseinsatz unterstrichen wird. Begleitet und umspielt wird das ohne Vokalbass auskommende Ensemble neben Violinen, Violone und Fagott auch von einer Barockgitarre und einer spanischen Harfe, die mit ihren prickelnd hellen Klängen zusätzlich zum ganz charakteristisch iberischen Flair der Aufnahme beitragen.

Carsten Niemann, 12.07.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Nordlicht: Aus dem damals dänischen Holstein stammend, wird Dieterich Buxtehude im Frühling 1668 der neue Kirchenmusiker an St. Marien in Lübeck. Mit der Übernahme von Amt (und Heirat der Tochter) von Franz Tunder führt er auch dessen „Abendmusiken“, festliche und groß besetzte Adventskonzerte, fort. Diese sind so erfolgreich, dass Buxtehude bald der strahlendste Vertreter der Norddeutschen Orgelschule ist, den zu besuchen sich Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Johann […] mehr »


Top