Auf seinem 2002 erschienenen Debütalbum präsentierte er sich mit einem reinen Rossini-Programm. Im darauffolgenden Jahr war die Reihe dann an Donizetti und Bellini, und so folgte Jahr um Jahr eine neue Solo-CD von Juan Diego Flórez: ein gemischtes italienisches Programm, lateinamerikanische Schmachtfetzen, eine Hommage an Rubini, abermals die Belcantisten. Dann vergingen drei Jahre, bevor er seinen Fans mit geistlichen Arien die Adventszeit verschönerte. Mittlerweile sind wieder drei Jahre ins Land gezogen, bis der Peruaner sich jetzt mit einem neuen Recital zurückgemeldet hat.
Zwölf Arien aus französischen Opern finden sich auf "L'amour", ein origineller Titel fürwahr, und tatsächlich geht es in den meisten Ausschnitten mehr oder weniger um die Liebe. (Schön, dass damit endlich einmal auch dieser Aspekt der Gattung Oper Beachtung findet.) Die Auswahl kombiniert Bekanntes wie "Werther" oder "Roméo et Juliette" mit Rarem aus "La dame blanche", "La jolie fille de Perth", "Lakmé" und "Mignon". Besonders begeisternd: "Un ange, une femme inconnue" aus Donizettis "La favorite" – man darf sich schon jetzt auf die konzertanten Aufführungen bei den diesjährigen Salzburger Festspielen (und den sicher dabei entstehenden Mitschnitt) freuen. Aber seine Gesangs- und Gestaltungskunst macht aus jeder der Arien eine Preziose. Das war nicht immer so.
Zu Beginn seiner Karriere beeindruckte er vor allem mit seiner Bombenhöhe, klang aber recht monochrom, mitunter auch etwas mechanisch, sang ohne wirkliches Raffinement. Doch er hat kontinuierlich an sich gearbeitet. Und seine künstlerische Entwicklung kann man nur spektakulär nennen. Heute ist er besser denn je, hat nichts von seinen zirzensischen Fähigkeiten eingebüßt, aber eine Menge Wärme, Charme und Ausdruckstiefe hinzugewonnen. Den Beweis liefert nicht zuletzt diese CD.

Michael Blümke, 21.06.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top