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Nuevos horizontes

El Indio

Dreyfus Jazz/Edel Contraire FDM 36620-2
(53 Min., 1999) 1 CD

Der vierundzwanzigjährige "El Indio" (bürgerlich: Mario Morejón Hernández) aus Kuba bringt alle Voraussetzungen mit, zu einem der führenden Trompeter und Flügelhornisten der Zukunft zu reifen: Was seine virtuose Technik angeht, hat er nichts mehr zu lernen; damit stellt er sich in eine Reihe mit Könnern wie Jon Faddis und Arturo Sandoval - die später nicht ganz den Erwartungen gerecht wurden, die sie bei ihrem Auftauchen auf der Szene geweckt hatten. Aber da El Indio mitreißend spielt - und das beileibe nicht allein in der publikumswirksamen, aber künstlerisch kaum ergiebigen Stratosphären-Höhe - und zusätzlich als Komponist erstes Profil zeigt, hat er das Zeug zu einem kubanischen Freddie Hubbard.
Was bei El Indio jedoch überrascht, ist, welche geringe Rolle die Rhythmen seiner Heimatinsel - obwohl durchgehend vorhanden - schon jetzt für die Substanz seiner Musik spielen: Ich fühlte mich stark an Gruppen erinnert, wie sie McCoy Tyner und Woody Shaw in den siebziger Jahren leiteten. Einleitungen, die aus dräuenden Klavierostinati und hochdramatischen Trompetentrillern in vorzugsweise hohen Lagen bestehen, schaffen gleich zu Anfang eine bohrende Intensität, wie sie andere Bands, wenn überhaupt, erst am Höhepunkt einer langen, besonders inspirierten Improvisation erzeugen. Leider ist das Klangbild zu flach und kompakt geraten, als dass man die einzelnen Instrumente orten könnte, die solch einen Hexenkessel unter Feuer halten.

Mátyás Kiss, 23.11.2007



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