Responsive image
Joachim Raff

Sinfonie Nr. 5 „Lenore“, Ouvertüren

Orchestre de la Suisse Romande, Neeme Järvi

Chandos/Note 1 CHSA5135
(81 Min., 7/2013) SACD

Man könnte ihn auch Mr. Discovery nennen, nimmt sich Neeme Järvi doch seit jeher gerne wenig bis kaum bekannter Komponisten an. Nach der überfälligen Wiederbelebung der Orchesterwerke von Johan Svendsen hat sich der Dirigent jetzt Joachim Raff vorgenommen. Schon der Einstieg mit der zweiten Sinfonie und den Shakespeare-Vorspielen gelang formidabel, die zweite Folge fällt nicht minder überzeugend aus.
Als Hauptwerk findet sich auf dieser SACD Raffs „Lenore“-Sinfonie, die fünfte seiner insgesamt elf Sinfonien. In vierzig raffiniert gestalteten Minuten erzählt der Komponist die berühmte Ballade gleichen Namens des Münchhausen-Schöpfers Gottfried August Bürger nach. Die Stimmungen sind vielgestaltig, was dem Orchestre de la Suisse Romande ausgiebig Gelegenheit bietet, mit wunderbar farbigem Spiel zu punkten, die brillanten Bläser verdienen ein Extralob.
Die 'Zugabe' besteht dieses Mal neben der Rhapsodie „Abends“ aus dem Vorspiel zum Märchenepos „Dornröschen“ und Ouvertüren zu drei von Raffs fünf Opern. (Dass dieser unglaublich produktive Komponist auch Opern geschrieben hat, dürfte selbst den meisten Kennern nicht geläufig sein.) Jedenfalls klingen die Ouvertüren zu den beiden komischen Opern „Dame Kobold“ und „Die Eifersüchtigen“ wie ein sehr deutscher und handfester Rossini, während die zu seinem groß angelegten „König Alfred“ eher in Richtung Wagner tendiert.
Neeme Järvis entschiedener, kräftiger Zugriff bekommt Raffs Werken bestens und findet seine Entsprechung in einem passend direkten Klangbild. Mr. Discovery hat seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht.

Michael Blümke, 07.06.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man eine Umfrage über die Lieblingsjahreszeiten machen würde, dann würde der Winter dabei vermutlich eher schlecht abschneiden. Zu kalt, zu nass, zu dunkel – so die landläufige Meinung über diesen introvertierten Bruder des sonnensatten Sommers und der farbenfrohen Übergangszeiten. Nur Weihnachten, das bildet ein kleines, gemütliches (wenn auch für viele nicht unstressiges) Glanzlicht in der Winter-Tristesse. Doch der Winter ist weit mehr als nur die dunkle Jahreszeit, das hat […] mehr »


Top