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Jörg Duda, John Williams, Roland Szentpali

Tubakonzerte, Matkalla op. 82/1, Very Good Morning

Andreas Martin Hofmeir, Münchner Philharmoniker, Andrew Manze

Sony 88843047082
(59 Min., 2/2014)

Mit seinem Auftritt auf der Echo-Preisträgergala hat Andreas Martin Hofmeir sicher viel zur gesellschaftlichen Anerkennung des Barfußgehens in der Öffentlichkeit wie auch der Tuba als ernstzunehmendem Soloinstrument beigetragen. So sehr dem sympathisch geerdeten Tubavirtuosen nun auch der nächste Erfolg zu gönnen ist, eine ganze Solo-CD mit einem Spitzenorchester wie den Münchner Philharmonikern aufgenommen zu haben – wirklich weiterzuempfehlen ist das Ergebnis nicht.
Das liegt nicht an Hofmeirs Können: Er weiß sein Instrument in allen Lagen singen zu lassen und flotte Läufe selbst in der Tiefe so locker hinzulegen, dass sie nur unanständig klingen, wenn er es will. Unglücklich ist jedoch die Repertoireauswahl: Dass er eines der gefällig-eklektizistischen Solokonzerte seines 1968 geborenen Landsmanns Jörg Duda vorstellt, mag man sich noch gefallen lassen, denn natürlich muss es erlaubt sein, das nachzuholen, was die Kollegen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts versäumt haben. Doch spätestens beim zweiten Konzert (Matkalla op. 82) sinkt die Aufmerksamkeitsschwelle auf pures Nebenbeihören: Zu ausgewalzt sind die Einfälle, zu ziellos die Melodik und zu wenig originell der Dialog mit dem Orchester. Dass man auch mit eingängigem Eklektizismus sehr viel weiter kommen könnte, zeigt Hofmeir immerhin mit dem Konzert von John Williams, das die Klangfarben von Orchester und Tuba auf originellere und abwechslungsreichere Art kombiniert – etwa, wenn sich die Tuba in relativ hoher Lage unter die Flöten mischt oder kernig-knatternde Läufe in Beziehung zum Staccato der Holzbläser treten.

Carsten Niemann, 24.05.2014



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