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Carl Philipp Emanuel Bach

Cellokonzert a-Moll Wq. 170, Sinfonia h-Moll Wq. 182 u.a.

Ophélie Gaillard, Pulcinella Orchestra

Aparté/harmonia mundi AP080
(72 Min., 12/2013)

Stimmungsumschwünge muss man schon vertragen können, wenn man an der Musik von Carl Philipp Emanuel Freude haben will – und das gilt ganz besonders für diese CD, die außer einer seiner Hamburger Sinfonien und zwei Cellokonzerten auch das Trio „Sanguineus & Melancholicus“ enthält, bei dem sich die beiden gegensätzlichen Temperamente beständig ins Wort fallen. Wer Fremdsprachen beherrscht, kann die Stimmungswechsel sogar schwarz auf weiß nachvollziehen, denn in dem leider nur auf Englisch und Französisch abgefassten Beiheft sind Bachs detaillierte Anmerkungen zum Programm der Triosonate sekundengenau angegeben. Für den emotionalen Nachvollzug bedarf es allerdings weder hier noch in den übrigen Werken einer Übersetzung, denn die Interpreten musizieren allenthalben klar und kammermusikalisch differenziert, aber auch nicht überartikuliert.
Besonders lohnend sind die Interpretationen der Cellokonzerte: Bei beiden Stücken handelt es sich um Transkriptionen, die Bach von eigenen Cembalokonzerten vorgenommen hat, doch beide Werke wirken in dieser Übertragung mindestens so überzeugend und auch erstaunlich idiomatisch. Zu dieser Wirkung trägt Ophélie Gaillard auf ihrem Gofriller-Cello erheblich bei: Der Klang bewahrt sich eine helle Leichtigkeit, besitzt aber einen warmen Kern. Gaillards Spiel ist beweglich genug, um in virtuosen Spielfiguren und ziselierten Seufzern zu überzeugen und besonders in den Mittelsätzen erreicht sie einen innigen kantablen Ausdruck, ohne süßlich oder schwer zu wirken. Für eine zunächst ungewohnte, aber auf Dauer durchaus apart wirkende Farbtönung im Orchester sorgt ein Fortepiano, das hier statt eines Cembalos als Continuo-Instrument eingesetzt wird. Eine „CPE“-Hommage für mehr als eine Stimmungslage!

Carsten Niemann, 03.05.2014



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