Responsive image

Roswitha’s Revenge

Subtone

Laika/Rough Trade 35103022
(56 Min., 12/2012)

Angesichts der Flut von Piano-Trio-Aufnahmen und all der Alben mit ungewöhnlichen Besetzungen ist es irgendwie erfrischend, ein klassisch besetztes Quintett mit kompakten Bläserarrangements aus der guten alten Blue-Note-Tradition zu hören. Nun sind der Trompeter Magnus (nicht Matthias!) Schriefl, der Altsaxofonist und Klarinettist Malte Dürrschnabel mit Florian Hoefner am Klavier, Matthias Pichler am Kontrabass und Peter Gall am Schlagzeug nicht einfach Wiedergänger der neo-boppenden Young Lions. Subtones kräftig Laune machende Unisono-Passagen und andere Bläser-Parallelführungen aus dem Fundus der blauen Noten tanzen ganz aktuell nach immer wieder vertrakt ungeraden Rhythmen, die jedoch nie als Selbstzweck zelebriert werden.
Was auf dem vierten Studioalbum der fünf mit Preisen überhäuften Jung-Jazzer angenehm auffällt, ist die Balance von arrangierten und solistisch gestalteten Passagen. Der spezifische Gruppensound ist so stets gegenwärtig, zerfällt nicht in Tutti-Anteile und Soli-Demonstrationen. Das soll aber nicht heißen, dass keine überragenden Improvisationen zu hören wären. Alle fünf Musiker verfügen über höchste Handwerkskunst, die sie zumeist in ausgedehnten New York-Aufenthalten bei den Koryphäen dieser Musik verfeinert haben. Es verwundert also nicht, dass da mitunter Woody Shaw oder Phil Woods rasant im Gebläse aufblitzen. Mit diesem überragenden Können ist Subtone dazu prädestiniert, der Quintettbesetzung neue Formen abzugewinnen. Mit entsprechender Risikobereitschaft wird dann aus perfekter Handwerkskunst aufregende Kunstbotschaft.

Thomas Fitterling, 19.04.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top