Responsive image

Jazz, Baby!

Alexandra Lehmler

JAZZNARTS/in-akustik 0506714
(54 Min., 6/2013)

Die Sopran-, Alt- und Baritonsaxofonistin Alexandra Lehmler ist die Preisträgerin des Jazzpreises des Landes Baden-Württemberg 2014. Der Jury-Vorsitzende Bernd Konrad begründet das so: „Sie besticht durch die Farbigkeit ihres ausgereiften Spiels und durch interessante Kompositionen, die sind teilweise unterhaltsam und trotzdem auf höchstem künstlerischen Niveau angesiedelt“. Mit höchster Handwerkskunst und einem Bekenntnis zum Fun-Faktor geht die resolute 34-Jährige gegen ein museales Verständnis von Jazz an. Das Cover-Foto ihres neuen Albums, auf dem sie mit der Flex einem Saxofon zu Leibe rückt, suggeriert schneidende Dekonstruktion als Methode. Das führt augenzwinkernd in die Irre. Wenn etwas auf dem Foto programmatisch ernst genommen werden darf, sind es die stiebenden Funken, die durchaus mit den Jazzrock-Funk-Ansätzen des Lehmler-Quintetts korrelieren.
Rhythmische Diversität – durchaus auch weltmusikalischer Provenienz – ist angesagt; Schlagzeuger Max Mahlert und Perkussionist Rodrigo Villalon sorgen druckvoll dafür. Am Klavier liefert Oliver Maas Kantiges und auch lyrische Momente; am Fender Rhodes gibt er dem Funken-Affen Zucker. Das Kontrabassspiel von Matthias Debus, Alexandra Lehmlers Lebenspartner, ist die behände alles stützende Grundlage der Musik. Die Komponistin-Leaderin überzeugt als mitreißende Solistin; am originellsten wirkt sie auf dem Baritonsaxofon, das sie auf zwei der neun Titel spielt. „Jazz, Baby!“ ist meist unmittelbar in die Beine gehende, Laune machende Musik mit lyrischen Momenten. Das ist richtig gut im Sinne der strengen RONDO-Bewertung.

Thomas Fitterling, 29.03.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es liegt etwas Flirrendes, Sommerliches, ungemein Modernes in der französischen Musik zwischen 1900 und dem Erstem Weltkrieg, ein Aufbruch, der erst recht vollzogen werden konnte, als sich ein paar Komponisten gegen die Übermacht der Tonsprache Richard Wagners zu stemmen begannen. Doch was könnte man einer so perfekt ausgearbeiteten, fließenden Romantik entgegenstellen? Diese Frage führte Claude Debussy und Maurice Ravel dazu, sich im spielerischen Umgang mit der Vergangenheit neue […] mehr »


Top