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Johann Gottlieb Graun, Carl Heinrich Graun

Oboe Concertos

Xenia Löffler, Batzdorfer Hofkapelle

Accent/Note 1 ACC 24280
(72 Min., 10/2012)

Zu welchen Verwirrungen es führen kann, wenn Geschwister denselben Beruf ergreifen und ihn dann auch noch beim selben Arbeitgeber ausüben, zeigen Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun. Eine eindeutige Zuordnung ihres Schaffens ist kaum möglich, von jedem der beiden Brüder sind gerade einmal vier Werke im Autograf erhalten. Alle übrigen Kompositionen für die Hofkapelle von Friedrich II. – in der Johann Gottlieb Konzertmeister und der zwei Jahre jüngere Carl Heinrich Kapellmeister waren – sind nur in Abschriften überliefert, und die Kopisten machten sich damals nicht die Mühe zu erwähnen, welcher der beiden Grauns jeweils der Autor war, bevor die Noten an andere Regenten oder Musiker geschickt wurden. Und da sie stilistisch eben nicht auseinanderzuhalten sind, ist das Rätselraten bis heute groß.
Für die auf dieser CD versammelten Oboenkonzerte spielt die Urheberschaft nicht wirklich eine Rolle, zudem finden sich auch zwei früher den Grauns zugeschriebene Werke von Förster und Neruda darauf. Es sind hübsche, gefällige Werke, die dem Lyrischen wie dem Virtuosen Platz einräumen, sicher keine Meisterwerke wie Carl Heinrichs melodisch so überschäumende Oper "Cleopatra e Cesare", mit der 1742 die Berliner Hofoper eingeweiht wurde, doch gut 'gefügt'. Man macht als Hörer eine sehr angenehme, stellenweise sogar lohnende Bekanntschaft, auch weil Xenia Löffler ihre Oboe mit biegsamem, warmem Ton geschmeidig durch die Kantilenen führt. Von welchem der beiden Brüder sie auch sein mögen.

Michael Blümke, 01.03.2014



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