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Ein Résumé

Ernst-Ludwig Petrowsky, Uschi Brüning, Michael Griener

jazzwerkstatt/Naxos JW151
(48 Min., 5/2013)

Der ostdeutsche Altsaxofonist Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky ist ein Urvater der frei improvisierten, jazzbasierten Musik. Im vergangenen Jahr feierte er 80. Geburtstag – Anlass für ihn, sich auf das Wesentliche zu besinnen und seine Aktivitäten zu konzentrieren. Dieses kurz vor dem Fest entstandene Album reflektiert diesen Ansatz. Die Lebensgemeinschaft mit seiner musikalischen Partnerin, der vierzehn Jahre jüngeren Sängerin Uschi Brüning, steht im Zentrum von 18 Miniaturen. Gestaltet werden sie in acht Fällen mit dem „Gast“ Michael Griener am Schlagzeug. Er ist Trio- und auch Duo-Partner der beiden.
Einen Anhänger der reinen Instrumentalmusik mag angesichts untrennbaren Sängerinnen-Instrumentalisten-Paarungen à la Ingrid Sertso/Karl Berger, Irène Aebi/Steve Lacy oder eben Brüning/Petrowsky ein Wermutstropfen-Gefühl beschleichen – und manche Scatvokalise hier könnte ihn bestätigen. Doch die von höchster Inspiration getragene Intimität der musikalischen Ausgestaltungen von Petrowsky/Brüning berühren – über das rein Respekt Gebietende hinausgehend – zutiefst. Verinnerlichte Jazz-Erfahrung von Adderley bis Ornette Coleman scheint hier auf, und Michael Griener ist ein begnadeter Musiker, der der Günter-„Baby“-Sommer-Schlagzeugschule qua Reduktion und einer Elvin-Jonesisierung teutonischer Momente eine neue Richtung weist. Neben den immer auch von skurrilem Humor getragenen Kollektiv-Originals gibt es drei bewegende Gesangsversionen von Standard-Balladen. Zwei simplizistisch krude Klavierpassagen des Saxofonisten allerdings hinterlassen etwas große Fragezeichen.

Thomas Fitterling, 22.02.2014



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