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The Dark Side Of Deep Schrott Vol. 1

Deep Schrott

Poise/Alive 6414849
(64 Min., 10 & 11/2013)

Wer sich ein Basssaxofon anschafft, könnte sich für denselben Preis auch einen Kleinwagen kaufen. Insofern spricht es für ein gewisses Understatement, wenn Wollie Kaiser, Andreas Kaling, Jan Klare und Dirk Raulf ihr Basssaxofon-Quartett „Deep Schrott“ nennen, zumal davon auszugehen ist, dass sie ihre vier Instrumente mindestens so gut pflegen, wie der Durchschnittskleinbürger sein Auto. Also: Nix mit Schrott. Wohl aber mit Metal, denn die vier Kölner haben sich mit „Billion Dollar Babies“ von Alice Cooper, „Black Sabbath“, „Iron Man“ und „Paranoid“ von der Band Black Sabbath harte Rockkost vorgenommen, und mit Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ noch ein bisschen Grunge hinzugemengt. In einer Hommage an den Regisseur David Lynch verarbeiten sie zudem fünf Themen aus dessen Filmen zu einer wuchtigen Suite.
Hier und auch sonst stoßen sie harte Stakkati aus den Hörnern, und wenn die Imitation eines Gitarrensolos angebracht wäre, fransen ihre hohen Töne schrill aus. Zudem streuen sie eine gewaltige Menge Humor in die Metallbearbeitung, karikieren die Gepflogenheiten der Rockbranche ein wenig und ziemlich klangmalerisch free, versöhnen dann aber wieder mit reckenden Ostinati und klaren, an die Gesangsstimmen der Stücke erinnernden Melodien. „The End“ der Doors leitet das Finale ein, und zum Schluss verkünden sie mit den Residents in der einzigen Gesangsnummer des Albums noch: „We are simple, you are simple, life is simple too“. Das mag der Simpel glauben oder nicht. Deep Schrott ist jedenfalls weder Schrott noch simpel.

Werner Stiefele, 01.02.2014



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