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Johann Sebastian Bach

Brandenburgische Konzerte 1 - 6

Hofkapelle München, Rüdiger Lotter

dhm/Sony 88765-47788-2
(88 Min., 2/2013) 2 CDs

Aufnahmen der „Brandenburgischen“ sind wahrlich in großer Zahl auf dem Markt, und gerade in den letzten Jahren hat es noch einmal Neueinspielungen auf der ganzen Breite des interpretatorischen Spektrums gegeben: Gardiners erstklassige Instrumentalistenschar – weitgehend ohne Gardiner (der vom Zuschauerraum aus zusah) als Dirigent – , Sigiswald Kuijken mit Schulter-Cello und grifflochloser Trompete, Chailly mit historisch inspirierten, aber auf modernen Instrumenten spielenden Musikern des Gewandhausorchesters. Und nun kommt nochmal eine „Neue“ mit der Hofkapelle München, die doch auf dem CD-Markt bisher eher als kompetentes Begleitensemble im Gefolge von Solisten oder Chören in Erscheinung trat. Nun, an hochkarätigen Solisten mangelt es auf dieser CD ebenfalls nicht: Hille Perl und ihre Tochter Marthe spielen die Gamben im „Sechsten“, Dorothee Oberlinger und Lorenzo Cavasanti blasen im „Vierten“ höchst agil und verzierungsfreudig die Soloflöten – und zwar tatsächlich jene „Flauti d’echo“, die Bach in seiner Partitur verlangt. Mit Laura Vukobratovic hat Lotter für das „Zweite“ eine Trompete gewonnen, die vielleicht noch nicht so bekannt ist wie Perl und Oberlinger, aber ihren Part so brillant vom Stapel lässt, dass es eine wahre Freude ist …
Schon geraten wir ins Schwärmen. Wie elegant und gleichzeitig forsch entschlossen bringen sich die Streicher – mit Ensembleleiter Rüdiger Lotter an der Spitze – im ersten Satz des „Dritten“ ins Spiel, wie herrlich vorlaut stören die Hörner mit ihren widerborstigen Triolen im ersten Satz des „Ersten“ den ebenfalls höchst markanten Streicher- und Holzbläsersatz. Die Cembalistin Olga Watts spielt sich dann im ersten Satz des „Fünften“ Stück für Stück in den Vordergrund, um schließlich ihre Kadenz recht streng ohne viel Federlesens abzuliefern – das erste Klavierkonzert der Musikgeschichte als Feuerwerk kraftvoll-schnörkelloser Virtuosität. Ja, diesen Brandenburgischen kann man noch so manches neue Detail ablauschen. Gut, dass trotz großer Konkurrenz noch eine hervorragende Gruppierung eine Neueinspielung gewagt hat.

Michael Wersin, 25.01.2014



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