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Wolfgang Amadeus Mozart

Opera Arias

Marina Rebeka, Royal Liverpool Philharmonic, Speranza Scappucci

Warner Classics 509996154972
(59 Min., 3/2013)

Vor sechs Jahren hat sie ihr Studium abgeschlossen und auch gleich den Bertelsmann-Wettbewerb "Neue Stimmen" in Gütersloh gewonnen. Seither hat Marina Rebeka an so gut wie allen großen Opernhäusern der Welt debütiert und ist neben dem Belcanto-Repertoire vor allem mit Mozart gut im Geschäft. Mit dessen Arien das erste Soloalbum zu bestreiten, ist daher naheliegend. Ihren attraktiv timbrierten, klangvollen Sopran führt die Lettin technisch versiert, auch anspruchsvolle Koloraturpassagen bewältigt sie sicher und mühelos. Die textliche Ausgestaltung hingegen liegt ihr nicht sehr am Herzen, man darf sie als echte "Vokalistin" bezeichnen, Konsonanten eliminiert sie soweit möglich.
Der Einstieg mit Elettras "D'Oreste, d'Aiace" gelingt sehr Aufmerksamkeit heischend, auch wenn man sich noch etwas mehr Biss vorstellen könnte. Die tiefe Verzweiflung der Contessa im nachfolgenden "Porgi, amor" vermittelt Marina Rebeka bei aller vokalen Schönheit allerdings so gut wie gar nicht. Volle Punktzahl gibt es für die zweifache Königin der Nacht, der Pamina-Arie jedoch mangelt es an Innigkeit, die Trauer überträgt sich nicht. Donna Anna zählt derzeit zu den gefragtesten Partien der Sängerin, sie präsentiert sich aber auch als Donna Elvira, die ihr trotz leicht gaumiger Tonproduktion noch besser gerät. Den Abschluss bildet Konstanzes Martern-Arie, wiederum ein wenig gaumig und mit durchaus verbesserungsfähiger deutscher Diktion, doch insgesamt recht eindrucksvoll. Würde Marina Rebeka den Figuren mehr gestalterische Tiefe und Glaubwürdigkeit angedeihen lassen, hätte die CD glatt vier Punkte verdient.

Michael Blümke, 04.01.2014



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