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Imaginarium

Kathrin Pechlof

Pirouet/edel 1018073POU
(41 Min., 2/2013)

Die Besetzung dieser Produktion – Harfe, Altsaxofon, Kontrabass – könnte kammermusikalischer kaum sein und hätte ohne die neuesten Entwicklungen im Jazz so nicht zusammengefunden. Kathrin Pechlof hat klassische Konzertharfe studiert, fühlte sich vom Jazz angezogen und ist dieser neuen Liebe mit einem Jazzkompositionsstudium nachgegangen. Altsaxofonist Christian Weidner ist vom Jazz eines Gunther Hampels ebenso geprägt wie von den Kompositionstechniken der Neuen Musik und gestaltet seine nüchtern klar wirkenden Strukturen mit einem klaren, quasi vibratolos analytischen und doch beseelten Ton. Richtig jazzgeerdet im herkömmlichen Sinne wiederum ist der Kontrabass-Improvisator Robert Landfernmann.
In neun Miniaturen – drei von Pechlof, fünf von Weidner und einer gemeinsamen – sowie einer Adaption von Debussys „Les cloches“ spielt das Trio eine hoch konzentrierte Musik, die weitgehend auf das Wesentliche der klar nüchternen Linien reduziert ist. Das Faszinierende dabei ist, dass sich diese Linien gleichzeitig ereignen, Soli und Begleitung sich nicht unterscheiden und so ein multilateraler Diskurs entsteht, der nahezu auf jegliche Ornamentik verzichtet. Das mag mitunter spröde anmuten. Aber gerade so entfaltet das Material, das stark von alten Modi inspiriert ist, eine feinsinnig herbe Poesie der strengen Nüchternheit. Bei aller empfundenen Jazzferne ist diese Musik dem Geiste der Quintessenz des neuen Jazz, wie sie sich in der Kunst der Reduktion eines Paul Motian manifestierte, ganz nahe.

Thomas Fitterling, 30.11.2013



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