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Four Directions

Marc Cary Focus Trio

Motema/Membran 233784
(63 Min.)

Es gibt Klaviertrios zu Hauf. Die einen setzen den von E.S.T. vorgegebenen, von Rock, Funk, Techno und Ambient beeinflussten Weg fort, und die anderen swingen traditionell. Das Marc Cary Focus Trio folgt weder dem modernen Trend, noch kultiviert es das Erbe der Vergangenheit. Denn Cary, Ex-Pianist von Abbey Lincoln, der Kontra- und Elektrobassist Burniss Earl Travis II und der Schlagzeuger Sameer Gupta beziehen sich vor allem auf die weltmusikalische Seite des Jazz; in vier Titeln kommt noch Rashaan Carter als zweiter Bassist hinzu. Durch Tablas und Keyboard-Gewaber mutet der Opener „Todi Blues“ zunächst indo-esotherisch an, bevor er an Tempo gewinnt und zum Indo-Rock-Jazz mutiert. Mit „Waltz Betty Waltz“ folgt der beschwingte Gegenpol, und „He Who Hops Around“ lebt vom nervösen Puls aller drei, dem stellenweise ein simples, gerade dadurch magisches Klavierostinato entgegensteht. Mit „Open Baby“ und „Spectrum“ stellen sich Erinnerungen an die frühen Weather Report und Tony Williams‘ Lifetime ein, während das vergnügte „Tanktified“ Assoziationen an Standardthemen weckt, ohne diese zu erfüllen. Mit „Boom“, „Ready Or Not“, „Indegenious“ und „Outside My Window“ dominieren dichte, von McCoy Tyners Trance-Alben inspirierte Tontrauben. Aber auf „Sahara“ oder „Atlantis“ hatte sich dieser – ähnlich wie Carys Trio – ebenfalls von Musik aus Afrika und Asien inspirieren lassen. Dass sich aus diesen Traditionsbezügen spannende Konzepte ergeben können, macht Carys Album klar.

Werner Stiefele, 23.11.2013



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