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Camille Saint-Saëns

La muse et le poète, Violinkonzert Nr. 3, Cellokonzert Nr. 1

Renaud Capuçon, Gautier Capuçon, Orchester Radio France, Lionel Bringuier

Erato/Warner 50999 9341342
(66 Min., 1/2013)

Als Kammermusik-Partner haben sie schon ein halbes Dutzend CDs vorgelegt, an gemeinsamen Konzerteinspielungen gab es bisher nur das Brahms-Doppelkonzert und "Miroir d'ombres" von Thierry Escaich. Das neueste Programm der Capuçons ist Landsmann Camille Saint-Saëns gewidmet, präsentiert beide Brüder mit je einem Solokonzert und vereint sie im titelgebenden Duo concertante "La muse et le poète".
Man hätte sich von Renaud Capuçon das zweite Violinkonzert gewünscht und nicht das ständig und quasi als einziges der Trias zu hörende dritte, aber sei's drum. Seine samtige Sonorität in den unteren und mittleren Regionen kontrastiert mit dem nicht ganz gleichwertigen Klang in den oberen Lagen, in die er freilich im ersten Satz mit beachtlichen Doppelgriffen aufsteigt. Den virtuosen Anforderungen – das Konzert wurde für Pablo de Sarasate geschrieben! – wird der 37-Jährige mühelos gerecht, man muss aber seinen stellenweise einen Tick zu kräftigen Bogendruck mögen.
Sein jüngerer Bruder Gautier gibt sich da in der Tonproduktion deutlich duftiger, gelöster und erweist sich im (wie sollte es anders sein?) ersten Cellokonzert mit seiner klanglichen Delikatesse und Süffigkeit als rechter Rattenfänger. Den Höhepunkt der CD stellt allerdings in der Tat "La muse et le poète" dar, wo sich die Brüder in schönstem Einverständnis zu einem begeisternden Dialog zusammenfinden und das Ausdrucksspektrum dieses reizvollen Werks ausloten. Nicht unerwähnt bleiben soll auch Dirigent (und 'gelernter' Cellist) Lionel Bringuier.

Michael Blümke, 02.11.2013



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