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Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Klarinette A-Dur KV 622, Konzert für Flöte und Harfe C-Dur KV 299, Konzert für Oboe C-Dur KV 314

Wolfgang Meyer, Robert Wolf, Naoko Yoshino, Hans-Peter Westermann, Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

Teldec/Warner Classics 3984-21476-2
(77 Min., 12/1999, 10/1998) 1 CD

Kennen Sie "Cecilia” von Fanny Burney? Oder Christian Friedrich Daniel Schubarts Werk "Die Fürstengruft”? Ich auch nicht. Aber immerhin opfert die Firma Teldec zwei Seiten des Beihefts, um dem wissbegierigen Käufer dieser CD zu vermitteln, dass diese nicht näher bezeichneten Werke zur gleichen Zeit entstanden sind wie Mozarts Werke. Was hat man davon? Nichts. Und man kann nur von Glück sagen, dass die Qualität der hier zu erlebenden Aufnahmen dem geringen Anspruch dieser naiven Belehrungsversuche über kulturhistorische Zusammenhänge geradezu diametral gegenüber stehen. Wolfgang Meyer tritt in der Einspielung von Mozarts Klarinettenkonzert in Konkurrenz zu seiner Schwester Sabine, die kürzlich eine Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern vorgelegt hat.
In der Ruhe liegt die Kraft: Nach diesem Motto entfaltet Nikolaus Harnoncourt den transparenten Orchestersatz, und Wolfgang Meyer legt eine fast vorsichtig gestaltete Solopartie dazu. Spricht die nach historischen Quellen rekonstruierte Bassettklarinette vielleicht nicht so gut an wie ein modernes Instrument? Wolfgang Meyer weiß über solche Schwierigkeiten gut hinwegzuspielen; großartig setzt er die Register des Soloinstruments kontrastierend gegeneinander, sodass seine zwischen raunendem Bass und klarem Diskant hin- und herspringende Stimme mitunter wie ein Dialog zweier Personen wirkt.
Kommt das Klarinettenkonzert mit seiner fahlen Melancholie und Abgeklärtheit wie ein zu frühes "Spätwerk” daher, so frönt Mozart in seinem Oboenkonzert reiner Virtuosenlust, und Hans-Peter Westermann spielt die neckischen Verwicklungen des Stückes wunderbar aus. Überraschend ist die Einspielung des Flöte-Harfe-Doppelkonzerts, von dem es bisher kaum Einspielungen auf authentischem Instrumentarium gab. Der Klang der "Originalharfe” ist gläsern und viel knackiger als der der modernen Schwester; die warme, luftige Holzflöte verbindet sich damit gut.

Oliver Buslau, 09.11.2000



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